Aktuelle Ernährungsmedizin 2006; 31: 28-36
DOI: 10.1055/s-2005-915367
Übersicht
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Energiedichte der Nahrung: Welche Rolle spielen Kohlenhydrate?

Energy Density of the Diet: Role of CarbohydratesH.  Przyrembel1
  • 1Bundesinstitut für Risikobewertung, Berlin
Further Information

Publication History

Publication Date:
14 February 2006 (online)

Zusammenfassung

Die Energiedichte der Nahrung wird entscheidend vom Fett- und Wassergehalt bestimmt. Kohlenhydrate tragen vor allem in Mischungen mit Fett in Lebensmitteln zu einer höheren Energiedichte bei, insbesondere wenn gleichzeitig der Wassergehalt niedrig ist. Eine höhere Energiedichte der Nahrung wird vom Körper nicht als solche wahrgenommen und durch Verringerung der Verzehrmenge nur unzureichend kompensiert. Eine höhere Energiedichte und ein höherer Fettgehalt von Lebensmitteln führen häufig zu höherer Schmackhaftigkeit, gleichzeitig aber zu einem geringeren Sättigungsgefühl. Mahlzeiten/Lebensmittel mit niedriger Energiedichte sind dagegen eher kohlenhydratbetont, haben deshalb und aufgrund des größeren Volumens einen besseren Sättigungseffekt, sind aber oft weniger attraktiv im Geschmack. Eine Nahrung mit niedriger Energiedichte kann die Energiebilanz besser kontrollieren, da Energiedefizite besser kompensiert werden als Energieüberschüsse, und kann damit die Gewichtskontrolle erleichtern. Kohlenhydrate, insbesondere Zucker, tragen im Allgemeinen wenig zur Energiedichte bei, können nur begrenzt gespeichert werden und werden bei vollen Kohlenhydratspeichern bevorzugt verbrannt. Sie fördern indirekt die Fettspeicherung durch Hemmung der Fettverbrennung. Der bevorzugte Verzehr von Lebensmitteln hoher Energiedichte, die reichlich Fett aber auch Kohlenhydrate enthalten, kann daher die Energiebilanz vergleichsweise unbemerkt positiv werden lassen und ein Risiko für die Entstehung von Übergewicht darstellen.

Abstract

The energy density of the diet is predominantly determined by the content of fat and water. Carbohydrates contribute to the energy density especially when they occur in mixtures with fat and when concomitantly the water content of a food is low. The human body does not recognise an increase in energy density of the diet and compensates insufficiently by reducing the intake of food. Both a high-energy density and a high fat content often result in a higher palatability and at the same time in less satiation. Meals or foods with a low-energy density, on the contrary, tend to be dominated by carbohydrates, to increase satiety because of the higher volume, but are quite often less pleasant. A diet with a low-energy density allows better control of the energy balance, because deficits in energy tend to be better compensated than energy excesses. Therefore, weight control may be facilitated. Carbohydrates, especially sugars, contribute as a rule little to energy density. Their storage capacity is restricted and they are preferentially oxidised when stores are replete. They promote indirectly the storage of fat by inhibiting fat oxidation. Preferential consumption of high-energy density foods, which are rich in fat but which also provide carbohydrates can relatively inadvertently result in a positive energy balance and can constitute a risk for overweight.

Literatur

H. Przyrembel

Bundesinstitut für Risikobewertung

Thielallee 88 - 92

14195 Berlin

Phone: 030/8412-3321

Fax: 030/8412-3715

Email: h.przyrembel@bfr.bund.de