Handchir Mikrochir plast Chir 2005; 37(6): 361-362
DOI: 10.1055/s-2005-873049
Laudatio

Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Werner Epping zum 70. Geburtstag

Werner Epping to His 70th BirthdayD. Buck-Gramcko
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Publication History

Eingang des Manuskriptes: 7.9.2005

Angenommen: 7.9.2005

Publication Date:
02 January 2006 (online)

Als ein mehr in der Stille wirkender Handchirurg ist sein Name nicht überall bekannt, auch wenn eine Operationsmethode damit verbunden ist. Werner Epping wurde am 18. Dezember 1935 in Greven als Sohn des Bäckermeisters und Landwirtes Martin Epping und seiner Frau Elisabeth, geb. Vosseberg, geboren. Er verbrachte die Jugend einschließlich der Schulzeit bis zum Abitur 1957 an seinem Heimatort nahe Münster. Da es zu der Zeit ein ungeschriebenes Gesetz war, dass der erstgeborene Sohn den väterlichen Betrieb übernahm, verblieb für die nachfolgenden Söhne nur die Möglichkeit, Priester zu werden oder zu studieren. Werner Epping entschied sich für das Medizinstudium. Dieses absolvierte er an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und der Christian-Albrechts-Universität Kiel, an der er 1963 das Staatsexamen ablegte und promovierte. Die Weiterbildung zum Facharzt für Chirurgie erfolgte am Berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhaus Duisburg unter Werner Jantke, an der Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie Bigge-Olsberg unter Hans Bette und an der Chirurgischen Abteilung des Maria-Josef-Hospitals Greven unter Ludger Müller. Die Facharzt-Anerkennung wurde im Februar 1973 ausgesprochen, nachdem er 1972 zum Zwecke der Weiterbildung im Spezialgebiet Handchirurgie an die Handchirurgische Abteilung des Berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhauses Hamburg (Leitung: Dieter Buck-Gramcko) gewechselt hatte. Im Mai 1973 erhielt er die Position eines Oberarztes, die Zusatzbezeichnung „Handchirurgie“ aufgrund deren verspäteter Einführung in Hamburg erst 1996. Im Juni 1976 übernahm er die Leitung der Handchirurgischen Abteilung am Allgemeinen Krankenhaus Hamburg-Wandsbek, einer Abteilung, die ürsprünglich am Krankenhaus St. Georg in Hamburg von Gerd Stellbrink begründet und nach dessen Unfalltod nach Wandsbek verlagert worden war. An diesem Platz in einem neu erbauten Krankenhaus verblieb Werner Epping bis zu seiner Pensionierung im September 2001. Ganz aufgegeben hat er damit jedoch seine ärztliche Tätigkeit nicht, er ist als Gutachter für die Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der Norddeutschen Ärztekammern in Hannover weiter beschäftigt.

Neben der Versorgung frischer Handverletzungen und der Behandlung von Erkrankungen der Hand interessierte sich Werner Epping besonders für die Mikrochirurgie, die er von Anfang an nach Einarbeiten am Tier bei der Firma Ethicon durchführte. Er nahm am Unfallkrankenhaus Hamburg die ersten freien Gewebsübertragungen mit mikrovaskulärem Anschluss vor. Als er darüber auf dem 16. DAH-Symposium im November 1975 in Wien berichtete, fand er bei gewissen handchirurgischen Größen nur wenig Verständnis. Der Kommentar „Warum schwer, wenn es auch einfach geht?“ hat ihn jedoch nicht entmutigt, sondern er hat an unserer Abteilung dieses gewiss schwierige Verfahren zur Routine-Methode entwickelt. Zu seinem speziellen Arbeitsgebiet gehörten auch andere Verfahren der Hautdefektdeckung. So konnten wir schon früh (ab 1972) den „neu entdeckten“ Leistenlappen einsetzen und zwei Jahre später über 17 Patienten berichten (Handchirurgie 1974; 6: 55 - 63). Als besonderes Verfahren bei Daumenkuppendefekten modifizierte er den palmaren Verschiebelappen nach Dellon und publizierte dieses Verfahren (Operative Orthopädie und Traumatologie 1992; 4: 195 - 202). Allgemeine Verbreitung erlangte die später mit dem Namen Epping verbundene Aufhängeplastik zur Behandlung der Daumensattelgelenkarthrose, bei der durch eine Abspaltung der Sehne des Flexor carpi radialis die Bandverbindung zwischen den Basen des 1. und 2. Mittelhandknochens verstärkt wird. Bei der ersten Veröffentlichung (Handchirurgie 1985; 15: 168 - 176) konnte bereits über 151 derartige Operationen berichtet werden; die Technik wurde später nochmals detailliert gezeigt (Operative Orthopädie und Traumatologie 1989; 1: 100 - 108).

Charakterlich ist Kalle - wie ihn seine Freunde nennen - eher zurückhaltend und mit nur mäßig entwickeltem Ehrgeiz behaftet, aber mit Bodenständigkeit und emotionaler Beherrrschung. Er zeigt eine große Liebe zu handwerklichen Tätigkeiten - nicht nur im Beruf, sondern auch bei einem Hobby, dem Bemalen von Zinnfiguren mit dem Thema Musikzüge. Ein weiteres Steckenpferd sind das Pfeifenrauchen und die Herstellung von Pfeifen. Darüber hinaus ist er auch sehr sportlich und spielt Golf, Tennis und Fußball - allein oder mit seinen fünf Enkeln, die ihn allerdings schon bald übertrafen. Seine Frau Monika sorgt mit Temperament und Aktivität oft für einen häuslichen Ausgleich. Das Ehepaar kennt sich bereits seit der Schulzeit, fand aber erst später anlässlich eines zufälligen Besuches in dem Krankenhaus, in dem Werner Epping arbeitete, zu einander, sodass im Juli 1964 die Hochzeit stattfinden konnte. Der Ehe entstammen drei Töchter, von denen eine Tierärztin geworden ist. Die fünf Enkel sind die ganze Freude des Großvaters, der sich jetzt im Ruhestand auch viel Zeit für sie nehmen kann. Möge dieses bei gutem Gesundheitszustand noch lange anhalten!