HNO-Informationen (Kongressabstracts) 2005; 84 - 555
DOI: 10.1055/s-2005-869303

Invasive Mukormykose der Nasennebenhöhlen: Outcome und Kosten

K Scheckenbach 1, M Wagenmann 1, O Cornely 2, T Hoffmann 1, H Bier 1
  • 1Düsseldorf
  • 2Köln

Die Mukormykose ist eine aggressive, in 80% der Fälle tödlich verlaufende Pilzinfektion der Nasennebenhöhlen mit entzündlicher Infiltration und Destruktion benachbarter Weichteil- bzw. Knochenstrukturen. Sie befällt vor allem diabetische oder immunsupprimierte Patienten, verläuft zumeist rasch fortschreitend, gelegentlich sogar fulminant. Prognostisch mitentscheidend sind deshalb eine frühe Diagnosesicherung und Behandlung, wobei der Versuch einer radikalen chirurgischen Sanierung sowie die systemische Gabe von Antimykotika im Vordergrund stehen. Die Standardmedikation Amphothericin B wird entweder als wässrige Lösung oder in liposomaler Form verabreicht. Eine vielversprechende Neuentwicklung zeichnet sich mit dem derzeit in klinischen Studien untersuchten Antimykotikum Posaconazol ab.

In unserer Klink wurden in den letzten 2 Jahren 4 Patienten mit einer Mukormykose behandelt. Als prädisponierende Grunderkrankungen bestanden bei 2 Patienten ein schlecht eingestellter Diabetes mellitus, und jeweils einmal ein Myelodysplastisches Syndrom und eine chronische lymphatische Leukämie. In allen Fällen erfolgte eine chirurgische Sanierung sowie antimykotische Systemtherapie, wobei sich letztere in einem Fall auf 26.000 € allein im Rahmen des stationären Aufenthaltes summierte. Nur ein Patient wurde geheilt – die Überlebensdauer der übrigen Patienten lag zwischen 2 Wochen und 3 Monaten.

Da sich derzeit keinerlei verlässliche Voraussage über den individuellen Krankheitsverlauf einer Mukormykose machen lässt, sollte trotz der hohen Kosten immer mit einer Maximaltherapie begonnen werden. Vor allem neue Medikamente wie Posaconazol versprechen effizientere Behandlungsmöglichkeiten.

Korrespondierender Autor: Dr. med. Kathrin Scheckenbach

Uni-Klinik Duesseldorf, Moorenstr. 5, 40225 Duesseldorf

E-Mail: Scheckenbach@med.uni-duesseldorf.de