HNO-Informationen (Kongressabstracts) 2005; 84 - 254
DOI: 10.1055/s-2005-869002

VERGLEICH ZWISCHEN AUTOFLUORESZENZ UND OPTISCHER KOHÄRENZTOMOGRAPHIE (OCT) ZUR DIAGNOSTIK VON PATHOLOGISCHEN VERÄNDERUNGEN DES LARYNX

K Sommer 1, E Lankenau 1, G Hüttmann 1, C Fedder 1, C Thorns 1, M Raap 1, R Schönweiler 1, B Wollenberg 1
  • 1Lübeck

Einleitung: Für eine nicht-invasive Abklärung von pathologischen Befunden des Larynx kommen, neben anderen Verfahren, die Autofluoreszenz oder die Optische Kohärenztomographie (OCT) in Betracht. Die Autofluoreszenz basiert bei Gewebeveränderungen auf einer Aufhebung der grünen Autofluoreszenz. Bei der OCT wird das vom Gewebe reflektierte Licht als zweidimensionales Schnittbild dargestellt und erlaubt genaue Rückschlüsse auf den Zustand der Basalmembran und der Mukosa. Fragestellung: Mit unseren Untersuchungen wollten wir feststellen, welche der beiden Methoden sich für die Diagnostik von pathologischen Veränderungen des Larynx besser eignet. Patienten und Methodik: Bei bisher 35 Patienten mit unklaren Befunden des Larynx führten wir präoperativ neben einer lupenlaryngoskopischen Untersuchung eine Autofluoreszenzlaryngoskopie durch. Anschließend erfolgte eine Mikrolaryngoskopie kombiniert mit einer OCT Messung und Entnahme von Biopsien. Danach wurden die histologischen Schnitte mit den OCT-Bildern und denen der Autofluoreszenz verglichen. Ergebnisse: Die histologische Aufarbeitung der Biopsien der 35 Patienten ergab 19 maligne bzw. prämaligne und 16 benigne Befunde. Davon wies die Autofluoreszenz 6 falsch positive und die OCT nur ein falsch positives Ergebnis auf. Bei den malignen und prämalignen Befunden konnte in allen Fällen mit der OCT zwischen Dysplasie und invasivem Karzinom unterschieden werden. Eine Unterscheidung mit der Autofluoreszenz war dagegen nicht möglich. Schlussfolgerung: Die OCT eignet sich zur optischen Abklärung von Larynxbefunden besser als die Autofluoreszenz, da benigne Veränderungen wie Entzündungen oder Narben richtig positiv diagnostiziert werden und zwischen Dysplasien und invasiven Karzinomen besser unterschieden wird.

Korrespondierender Autor: PD Dr. med. Konrad Sommer

HNO-Klinik Uni Lübeck, HNO Klinik Campus Lübeck UK-SH, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck

E-Mail: Konrad.Sommer@mail.uni-luebeck.de