Fortschr Röntgenstr 2005; 177 - VO_3104
DOI: 10.1055/s-2005-867687

Sonographische Erfassung des Knochenalters bei Kindern und Jugendlichen im Vergleich zur Röntgenmethode

HJ Mentzel 1, C Vilser 1, M Eulenstein 1, T Schwartz 1, J Böttcher 1, L Tsoref 1, S Vogt 1, WA Kaiser 1
  • 1Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Pädiatrische Radiologie, Jena

Ziele: Die Bestimmung des Knochenalters ist bei Kindern wichtig, insbesondere bei Patienten mit Wachstumsproblemen und chronischen Erkrankungen. Eine Standardmethode ist die Bestimmung des Knochenalters nach Greulich und Pyle anhand von Röntgenaufnahmen der linken Hand. Ziel unserer Studie war es, die Genauigkeit einer neuen, auf Ultraschall-Messung basierenden Methode im Vergleich zur Standard-Methode zu prüfen. Methode: 70 konsekutiv ausgewählte Patienten (kalendarisches Alter zwischen 6 und 17 Jahre, 34 Mädchen, 36 Knaben), die zur Bestimmung des Knochenalters eine Röntgen-Aufnahme der linken Hand erhalten hatten, wurden in die Studie eingeschlossen. Ein Kinderradiologe analysierte das Knochenalter für die gesamte linke Hand und für den distalen Radius anhand des Atlas von Greulich und Pyle ohne Kenntnis des Ergebnisses der Ultraschall-Messung und ohne Kenntnis über das kalendarische Alter des Kindes. Die Ultraschall-Messung wurde am selben Tag durchgeführt unter Verwendung des BonAge-Systems (Sunlight Med. Ltd., Israel). Das System evaluiert die Beziehung zwischen der Ausbreitungsgeschwindigkeit der Ultraschallwelle (Speed of Sound) und dem Wachstum unter Verwendung eines geschlechts-basierten Algorithmus. Ergebnis: Die sonographische Messung war bei 5 Kindern nicht erfolgreich (Grund: Bewegungsunruhe). Bei 65 Kindern war die Messung durchführbar. Der Korrelationskoeffizient nach Pearson (r2) zwischen sonographischem und röntgenologischem Messergebnis war bei 0,82. Die absoluten Differenzen in Jahren zwischen den beiden Methoden lagen bei 1,0 +/- 0,8 Jahren für die gesamte linke Hand und bei 0,8 +/- 0,7 Jahren für den distalen Radius. Im Mittel war die Differenz zwischen BonAge und röntgenologischer Methode mit ca. 1,4 Jahren gleich. Schlussfolgerung: Unsere Studie konnte zeigen, dass mit der BonAge-Methode eine relativ genaue Bestimmung des Knochenalters sonographisch möglich ist.

Korrespondierender Autor: Mentzel HJ

Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Pädiatrische Radiologie, Bachstraße 18, 07740, Jena

E-Mail: hans-joachim.mentzel@med.uni-jena.de