Rofo 2005; 177 - VO_2061
DOI: 10.1055/s-2005-867479

Multicenterstudie (EVA-Studie) der Deutschen Krebshilfe – Erste Ergebnisse

C Kuhl 1, S Weigel 1, K Nüssle-Kügele 1, H Sittek 1, B Arand 1, S Schrading 1, B Tombach 1, HH Schild 1
  • 1Universitätsklinik Bonn, Radiologische Klinik, Bonn

Ziele: Die Deutsche Krebshilfe hat eine Multicenterstudie ins Leben gerufen („EVA“-Studie), die in Form einer prospektiven klinischen Studie die standardisierte Analyse der Leistungsfähigkeit von Mammographie (Mx), hochauflösender Sonographie (US) und MRT zur Früherkennung des familiären Mammakarzinoms ermöglicht. Wir berichten über die erste Hälfte der Förderungsperiode. Methode: An 4 Radiologischen Universitätskliniken (Ulm, Großhadern, Münster, Bonn) wurden Frauen aus Hochrisiko-Familien über das Schwerpunktprogramm zum Familiären Mamma-und Ovarialkarzinom der DKH rekrutiert. Das Untersuchungsprotokoll besteht aus halbjährlichem US und klinischer Untersuchung, jährlicher Mx und MRT. Die Untersuchungen werden zunächst separat befundet, dann Mx + US kombiniert, dann Mx + MRT, US + MRT, schließlich alle 3 Verfahren. Ergebnis: Bislang sind 748 Screening-Runden bei 618 Frauen (mittleres Alter: 42 Jahre, 21–67) erfolgt. 12 Karzinome wurden bislang identifiziert, die sich in 11/12 Fällen im Stadium pTis- bzw. pT1/N0 befanden; mittlere Größe der 8 invasiven Karzinome: 7mm; 12/12 wurden als M0 kategorisiert. Ein Intervall-Karzinom ist nicht aufgetreten. Insgesamt 19 Biopsie-Empfehlungen erbrachten benigne Ergebnisse (Fibroadenome, Adenose; radiäre Narbe, ADH). Die MRT erlaubte die Diagnose von 10/12 Karzinome; in 2 Fällen wurde die Diagnose über die Mammographie gestellt. Kein Karzinom wurde nur aufgrund des Ultraschalls diagnostiziert. Sensitivität: Mx: 42%; US: 25%; MRT: 83%. PPV: Mx: 29%; US: 20%; MRT: 43%. Schlussfolgerung: Diese Zwischenergebnisse deuten darauf hin, dass mittels einer intensivierten Früherkennung (d.h. unter Einbeziehung speziell der MRT) die Früherkennung des familiären Mammakarzinoms in einem prognostisch günstigen Stadium ermöglicht wird.

Korrespondierender Autor: Kuhl C

Universitätsklinik Bonn, Radiologische Klinik, Sigmund-Freud-Str. 25, 53105, Bonn

E-Mail: kuhl@uni-bonn.de