Rofo 2005; 177 - RK_311_2
DOI: 10.1055/s-2005-867363

Diagnostik der Beckenbodensenkung: MRT und konventionell

A Lienemann 1
  • 1Klinikum der Universität- Innenstadt, Magnetresonanztomographie, München

Ziel:

Vorstellung der gebräuchlichsten bildgebenden radiologischen Verfahren unter Fokussierung auf die funktionelle cine MRT. Alle Verfahren sind Teil der erweiterten Funktionsdiagnostik.

Methodik:

Zur Abklärung der Beckenbodendysfunktion dient insbesondere die statische oder dynamische Röntgenuntersuchung im lateralen und anterior-posterioren Strahlengang mit variabler Organkontrastierung. Ergänzend werden die Mono- oder Doppelkontrastuntersuchung des Dickdarmes sowie die Bestimmung der Kolontransitzeit durchgeführt. Die schnittbildgebenden Verfahren umfassen die funktionelle cine MRT des Beckenbodens und das Adhäsions-MRT. Hier ergeben sich derzeit nach Durchsicht der aktuellen Literatur mehrere methodische Ansätze. Eine Standardisierung bezüglich der Methodik und der Diagnose wurde bisher nicht erreicht. Bewertet werden das knöcherne, muskuläre Becken, sichtbare Ligamente sowie die Organbeweglichkeit anhand von Referenzlinien.

Indikationen:

Die Untersuchung des Kolons mittels Kontrastmittel erlaubt eine komplettierende Abklärung des Dickdarmes etwa bei nicht passierbaren Hindernissen. Mithilfe der Kolontransitzeitbestimmung gelingt eine orientierende Aussage über die Dickdarmmotilität.

Die konventionelle Röntgenuntersuchung ist etabliert und bei allen unklaren Befunden im Zusammenhang mit einer Obstruktion oder eines Deszensus/Prolaps hilfreich.

Als modulare Untersuchung kann die funktionelle cine MRT bei der Abklärung aller oben genannten Symptome eingesetzt werden. Nach Angaben aus der Literatur ist die MRT der Röntgenuntersuchung überlegen.

Zusammenfassung:

Bei der Beckenbodendysfunktion ist die simultane und damit radiologische Abklärung aller relevanten Organe und Weichteilstrukturen notwendig.

Ein allgemein gültiger Untersuchungsalgorythmus für die bildgebenden radiologischen Verfahren kann derzeit nicht angegeben werden.

Die funktionelle cine MRT kann als modulare Untersuchung neue Akzente setzen und kann die konventionelle Röntgenuntersuchung ersetzten.

Lernziele:

1. Das Prinzip der funktionellen cine MRT.

2. Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein.

3. Der Ablauf der Untersuchung im Detail.

4. Bild/Filmanalyse mit welchen Bewertungskriterien.

5. Die wichtigsten Befund im Bild erklärt.

Korrespondierender Autor: Lienemann A

Klinikum der Universität- Innenstadt, Magnetresonanztomographie, Ziemssenstr. 1, 80336, München

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