Pneumologie 2005; 59 - P155
DOI: 10.1055/s-2005-864588

Nokardien-Pneumonie – eine Kasuistik

S Jungblut 1, H Frickmann 1, B Böddinghaus 2, J Bargon 1
  • 1St. Elisabethen-Krankenhaus Frankfurt, Medizinische Klinik
  • 2Mikrobiologie Uniklinik Frankfurt

Anamnese: Ein 45-jähriger Patient ohne wesentliche Vorerkrankungen (arterielle Hypertonie, Zigarettenabusus 10 pack years) wurde wegen einer therapieresistenten Pneumonie in reduziertem Allgemeinzustand mit starkem Husten, rotbraunem Auswurf und Belastungsdyspnoe überwiesen. Vorausgegangene antimikrobielle Therapien mit Penicillin, Cefuroxim, Ceftriaxon, Gentamicin, Piperacillin + Tazobactam und Clarithromycin hatten sich als nicht erfolgreich erwiesen. Innerhalb von 6 Wochen war es zu einem Gewichtsverlust über 10kg gekommen.

Untersuchungsbefunde: Die Röntgenaufnahmen des Thorax zeigten ein dichtes Infiltrat sowie eine Schrumpfung des rechten Oberlappens. Das CRP war auf 298,4 MG/L erhöht, die Leukozyten auf 33,1 G/L (83% Neutrophile, 9,5% Lymphozyten). HIV and ANCA waren negativ, ANA mit 1:320 positiv, jedoch ohne positive Ergebnisse in der ANA-Differenzierung via Dot Blot. Die Lungenfunktion zeigte lediglich eine leichte restriktive Ventilationsstörung, BGA: pO2=77,93mm Hg, pCO2=38,03mm Hg, pH=7,4.

Nachdem im Bronchialsekret mikroskopisch in der Färbung nach Grocott und kulturell gram-positive, zum Teil verzweigte Stäbchen nachgewiesen werden konnten, wurde die Verdachtsdiagnose Nokardiose durch den Nachweise von Nocardia transvalensis mittels Polymerasekettenreaktion (PCR) bestätigt.

Zusammenfassung, Therapie und Verlauf: Therapiert wurde aufgrund der Resistenzlage mit Imipenem über 5 Wochen und ab der 3. Behandlungswoche ergänzend mit Amikacin über 3 Wochen. Unter dieser antimikrobiellen Therapie waren die Symptome vollständig rückläufig. Der Patient verließ das Krankenhaus in gutem Allgemeinzustand. Es trat kein Rezidiv auf.