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DOI: 10.1055/s-2005-861728
Endocannabinoide sind an der Entstehung von Langzeit-Depression GABAerger Synapsen beteiligt – mögliche Bedeutung für die Extinktion aversiver Gedächtnisinhalte in der Amygdala
Endocannabinoide spielen eine wichtige Rolle bei der Extinktion aversiver Gedächtnisinhalte, ein Prozess bei dem die Amygdala wesentlich beteiligt ist. In In-vitro-Hirnschnittpräparaten von Mäusen führte niederfrequente, afferente Stimulation (100 Pulse/1Hz) der lateralen Amygdala (LA) zu einer postsynaptischen Ausschüttung von Endocannabinoiden in der basolateralen Amygdala (BLA) und induzierte über einen präsynaptischen Mechanismus eine Langzeit-Depression GABAerger synaptischer Transmission (LTDi). Diese Verringerung inhibitorischer Aktivität führte in prinzipalen Neuronen des zentralen Nukleus, die Hauptefferenz der Amygdala, zu einer verstärkten exzitatorischen synaptischen Transmission. Die Auslösung von LTDi benötigt die Aktivierung von mGluR1-Rezeptoren und der Adenylcyclase-PhosphokinaseA (AC-PKA)-Signalkaskade, ist aber kalziumunabhängig. Die Induktion von LTDi ist in CB1-Rezeptor knock-out Mäusen und nach Gabe des CB1-Rezeptor-Antagonisten SR141716A nicht mehr möglich. In transgenen Mäusen, welchen das Abbauenzym für Anandamid, die Fettsäureamidhydrolase fehlt, ist LTDi signifikant verstärkt.
Diese Ergebnisse zeigen zum ersten Mal, dass mGluR1 über die AC-PKA-Signalkaskade eine Ausschüttung von Anandamid bewirken, was zu einer Abnahme der Aktivität von inhibitorischen Interneuronen führt. Diese Disinhibition verursacht so eine Verstärkung efferenter Aktivität im zentralen Nukleus und könnte durch die Bildung neuer Gedächtnisinhalte die Extinktion schon gespeicherter Information bewirken.