Handchir Mikrochir plast Chir 2005; 37(3): 149
DOI: 10.1055/s-2005-837701
Editorial

Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Handchirurgische Probleme bei Dialysepatienten

Hand Surgical Problems in Haemodialysis PatientsH. Assmus1
  • 1Neurochirurgische Gemeinschaftspraxis, Dossenheim/Heidelberg
Further Information

Publication History

Eingang des Manuskriptes: 10.2.2005

Angenommen: 13.2.2005

Publication Date:
04 July 2005 (online)

In Deutschland werden jährlich mehr als 60 000 Patienten dialysiert. Dies entspricht einer Häufigkeit von etwa 1,3 Promille der Gesamtbevölkerung. In ostasiatischen Ländern, beispielsweise in Japan, liegt die Zahl mit mehr als 200 000 (entsprechend 1,7 Promille) noch höher, mit einer jährlichen Steigerungsrate von 6,3 Prozent [[2]]. Trotz verbesserter Dialysetechniken, die heute Dialysezeiten von 30 Jahren und mehr erlauben, erleiden die Patienten nach vieljähriger Dialyse eine zunehmende und gravierende Verschlechterung der Handfunktion. Hierfür ist in erster Linie das noch nicht gelöste Problem der Amyloidose verantwortlich. Nach zehnjähriger Dialysezeit leiden 30 % der Patienten an einem Karpaltunnelsyndrom, mehr als 20 % an einer Tendovaginosis stenosans und Einschränkung der Fingermotilität, mehr als 10 % an einer Einsteifung und Deformierung der kleinen Fingergelenke und 30 % an Zysten der Handwurzel, Hand- und Unterarmknochen [[1]]. Nach 20 Jahren hat etwa die Hälfte der Dialyse-Patienten ein KTS, nach spätestens 30 Jahren entwickelt sich eine massive Einschränkung der Gebrauchsfähigkeit der Hand durch eine progrediente N. medianus-Läsion und eine schwere Tendo- und Arthropathie. Ziel der folgenden Beiträge ist es, die verschiedenen diagnostischen und therapeutischen Aspekte dialysebedingter Schäden der Hand aufzuzeigen. Neben dem chirurgisch behandelbaren KTS und Shunt-bedingten Problemen, gibt es auch Ansätze für die Therapie von Sehnenrupturen und der Schultergelenkarthropathie [[3], [4]].

Der erste Beitrag ist der Epidemiologie und dem klinischen Erscheinungsbild des dialysebedingten KTS einschließlich der elektrophysiologischen Aspekte gewidmet, der zweite dem Problem des für dialysepflichtige Patienten geradezu typischen KTS-Rezidivs. Der vorgesehene Beitrag zur Gelenk- und Sehnenchirurgie konnte aus technischen Gründen leider nicht rechtzeitig fertiggestellt werden und wird zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht. Der arterio-venöse Shunt kann in zweierlei Weise die Handfunktion beinträchtigen: zum einen durch Nervläsionen bei der Shunt-Anlage, zum zweiten durch Minderperfusion der Hand (Steal-Syndrom). Hiermit beschäftigt sich der dritte Beitrag.

Literatur

Dr. med. Hans Assmus

Neurochirurgische Gemeinschaftspraxis

Ringstraße 3

69221 Dossenheim/Heidelberg

Email: assmusdombert@t-online.de