Viszeralchirurgie 2005; 40(3): 219-223
DOI: 10.1055/s-2005-836542
Der akademische Vortrag

© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Tumoren des Duodenums

Duodenal TumorsC. F. Eisenberger1
  • 1Klinik für Allgemeine und Vizeralchirurgie, Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf
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Publication Date:
03 June 2005 (online)

Spectabilis, Hohe Fakultät, liebe Kolleginnen und Kollegen,

Maligne und benigne Tumoren des Duodenums stellen eine insgesamt sehr seltene Tumorentität dar. Ihre Hauptinzidenz liegt ohne Geschlechtsprävalenz zwischen der 6. und 8. Lebensdekade. Maligne und benigne Tumoren kommen in etwa gleich häufig vor.

Die Ätiologie ist bislang weitestgehend unbekannt. Im Vergleich zu den Adenokarzinomen des Magens und des Kolons ist die Inzidenz gering. Hier werden in der Literatur protektive Faktoren, die potenzielle Karzinogene inaktivieren, diskutiert. Sekretorische Immunglobuline vom Typ IgA, Hydroxylasen des Dünndarmes, das alkalische Millieu im Duodenum mit relativer Sterilität und wenigen Bakterien gelten in Zusammenhang mit dem schnellen Abtransport des Darminhaltes als potenziell protektive Faktoren.

Risikofaktoren für das Auftreten von benignen und malignen Tumoren stellen Erkrankungen wie der Morbus Crohn und die Neurofibromatose, aber auch die Familiäre Adenomatöse Polyposis, das Gardner-Syndrom und das Peutz-Jeghers-Syndrom dar. Der Morbus Crohn stellt mit dem chronischen Entzündungsreiz eine Quelle vermehrter maligner Entartung dar. Wie auch beim Morbus Crohn des Kolon, so wird auch beim Morbus Crohn des oberen Gastrointestinaltraktes und hier speziell auch des Duodenums in der aktuellen Literatur eine vermehrte Entartungswahrscheinlichkeit, analog zur Colitis Ulcerosa diskutiert. Auch chronische entzündliche Veränderungen in heterotopem Pankreasgewebe können zu tumorösen und symptomatischen Veränderungen im Duodenum führen.

Die Symptome sind meist unspezifisch und beinhalten Übelkeit, Erbrechen und chronische Oberbauchschmerzen. Aber auch eine unklare Anämie, Hämatemesis, Melaena können auf solche Tumoren hinweisen. Weiterführende Symptome und Befunde bei papillennahen Raumforderungen sind ein Ikterus, bakterielle Cholangitis, Pankreatitis und Gewichtsverlust. Nur sehr selten fällt in der klinischen Untersuchung ein tastbarer Tumor im Oberbauch auf.

Komplikationen der Tumoren sind sehr abhängig von der Tumorlokalisation und der Tumorgröße. Bei papillennahen Tumoren kann schon früh eine Obstruktion der Papille mit Ikterus auftreten. Eine Obstruktion des Duodenums tritt erst bei sehr großen Tumoren (> 2 cm) auf, kleine Tumoren hingegen können zu einer Invagination, besonders von Pars IV des Duodenums führen. Blutungen treten besonders bei malignen Tumoren oder chronisch entzündlichen Veränderungen auf.

Literatur

Dr. med. C F Eisenberger

Klinik für Allgemeine und Viszeralchirurgie · Universitätsklinikum Düsseldorf

Moorenstr. 5

40225 Düsseldorf

Email: eisenberger@uni-duesseldorf.de