EHK 2004; 53(10): 609-613
DOI: 10.1055/s-2004-834412
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Karl F. Haug Verlag, in: MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG

Besteht in Mitteleuropa ein endemischer Vitamin-D-Mangel?

Wolfgang Bayer, Karlheinz Schmidt
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Publication Date:
19 October 2004 (online)

Zusammenfassung

Die Bedeutung eines Vitamin-D-Mangels für die Pathogenese der Osteoporose ist allgemein akzeptiert. Neue epidemiologische Daten weisen darüber hinaus darauf hin, dass bei Patienten mit Herzinsuffizienz, Hypertonie, Multipler Sklerose und bestimmten Tumoren häufig eine unzureichende Versorgung mit Vitamin D vorliegt.

Die Serumkonzentrationen von 25-Hydroxy-Vitamin D3 sind ein anerkannter Indikator des Vitamin-D-Status. Konzentrationen zwischen 25 und 50 nmol pro Liter werden als leichter Mangel eingestuft und Werte unter 25 nmol pro Liter können einen schweren Mangel anzeigen. Untersuchungen an verschiedenen Patientengruppen ergaben, dass ein relevanter Anteil der deutschen Erwachsenen Serumkonzentrationen von 25-Hydroxy-Vitamin D3 unter diesen Grenzen aufweist, insbesondere im Winter. Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass Serumkonzentrationen von 25-Hydroxy-Vitamin D3 von 100 nmol/l und höher erforderlich sind, um einen sekundären Hyperparathyreoidismus zu vermeiden, und solche Werte können auch mit einer verringerten Inzidenz von Hypertonie und bestimmten Tumoren assoziiert sein.

Die Zufuhrempfehlung für Vitamin D bei Erwachsenen liegt in Deutschland bei 5 μg (10 μg für ältere Menschen). Eine solche orale Vitamin-D-Zufuhr kann jedoch unzureichend sein, um optimale Serumkonzentrationen von 25-Hydroxy-Vitamin D3 einzustellen. Dies kann vielmehr deutlich höhere Dosierungen erfordern.

Abstract

It is generally accepted that a low vitamin D status is involved in the pathogenesis of osteoporosis and epidemiological data also indicate an insufficient vitamin D status in patients with congestive heart failure, hypertension, multiple sclerosis and some types of cancer.

Serum levels of 25-hydroxy-vitamin D3 are an accepted indicator to assess the vitamin D status. Values between 25 and 50 nmol/l are classified as mild deficiency and values below 25 nmol/l can indicate severe deficiency. Studies on different patient groups have shown that a significant number of German adults exhibit serum concentrations of 25-hydroxy-vitamin D3 below these limits, especially in wintertime. Moreover, it had been demonstrated that serum concentrations of 25-hydroxy-vitamin D3 of 100 nmol/l or higher are necessary in order to avoid secondary hyperparathyroidism and may also be interrelated with a lower incidence of arterial hypertension and some types of cancer.

The recommended dietary allowance for vitamin D for adults in Germany is 5 μg (10 μg for elderly people) but this oral dose may be insufficient in order to achieve adequate serum concentrations for 25-hydroxy-vitamin D3. This may require probably much higher doses.

Literatur

Korrespondenzadresse

Dr. rer. nat. Wolfgang Bayer
Prof. Dr. Dr. Karlheinz Schmidt

Laboratorium für spektralanalytische und biologische Untersuchungen Dr. Bayer GmbH

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