AHZ 2004; 249(5): 251
DOI: 10.1055/s-2004-834405
Praxis
Die Plussing-Methode
Karl F. Haug Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & CO. KG

Zubereitung und Einnahme des homöopathischen Arzneimittels nach A.U. Ramakrishnan

Gerhard Bleul
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Publication Date:
21 September 2004 (online)

Grundsätzlich gibt es in der Homöopathie zwei unterschiedliche Arten der Applikation: die Einzeldosis, meist als C- oder D-Potenz, und die fraktionierte Gabe, meist als Q-Potenz (bzw. LM-Potenz), wie sie schon von Hahnemann in der 6. Auflage des Organon (§§ 246-248) beschrieben wurde [[1]]. In akuten Fällen wird für höhere C- oder D-Potenzen ebenfalls die fraktionierte Gabe - Wasserglasmethode, „Verkleppern” - empfohlen [[3]].

Ramakrishnan [[3]] hat eine eigene Form der fraktionierten Gabe von C-Potenzen entwickelt:

3 Globuli der Arznei (oder eine Menge, die der Größe einer Erbse entspricht) in 11 Teelöffel Quellwasser lösen. Der Patient nimmt davon alle 15 Minuten 1 Teelöffel. Zwischen jeder Einnahme wird das Wasser leicht verrührt oder, in einer Flasche, einmal verschüttelt. Der Patient nimmt 10 Teelöffel über einen Zeitraum von etwa 2œ Stunden und hebt den Rest für den nächsten Tag auf. Am nächsten Tag werden 10 Teelöffel frischen Wassers zur ursprünglichen Lösung dazu gegeben (aber keine neue Arzneigabe) und der Vorgang wird wiederholt. Dieses Verfahren wird 7 Tage fortgesetzt, danach wird das Arzneimittel gewechselt und der Vorgang wird mit der neuen Medizin wiederholt.

Diese so genannte „Plussing-Methode” wird für die homöopathische Behandlung manifester Krebserkrankungen empfohlen. Ramakrishnan wechselt wöchentlich eine „organspezifische” Arznei mit einer Krebsnosode und führt die Behandlung über mindestens 6 Monate, meist sogar 1-2 Jahre fort.

Neben der Plussing-Methode hat Ramakrishnan die „Split Dose Method” (in etwa: Teilschritt-Gabe) eingeführt. Hierbei wird die homöopathische Arznei, meist in C 30 oder C 200, viermal an einem Tag und nur an diesem Tag eingenommen. Dies kann einmal wöchentlich, alle zwei Wochen, monatlich oder in noch größeren Abständen sein. Die Methode wird empfohlen, wenn die Krebserkrankung in Remission ist oder zumindest nicht weiter fortschreitet und wird ebenfalls in der Regel alternierend zwischen zwei Arzneimitteln angewendet.

Um dem Patienten die Handhabung dieser Plussing-Methode zu erleichtern, wird hier ein Hinweisblatt aus der Praxis abgedruckt. Den Tipp, dazu eine 100-ml-Medizinflasche aus der Apotheke zu verwenden, hat ein Patient gegeben.

Bereitung des Arzneimittels nach der Plussing-Methode: Benötigt werden eine kleine Plastikflasche oder ein Plastik-Trinkbecher bzw. eine ungebrauchte Arzneiflasche mit 100 ml Fassungsvermögen (der Verschlussdeckel ist ein Messbecher mit Maßangaben in der Innenseite) sowie ein Plastik-Esslöffel.

Zubereitung der Arzneilösung: Flasche oder Becher mit 11 Teelöffeln (55 ml) Leitungswasser oder Quellwasser füllen. 2-3 Globuli der verordneten Arznei dazugeben und auflösen lassen.

Einnahme: An jedem Tag 10 Mal in Abständen von 10-15 Minuten einen Teelöffel (5 ml) von der Flüssigkeit einnehmen und vor dem Schlucken eine Weile im Mund behalten. Vor jeder neuen Einnahme Flasche kräftig schütteln oder Becher gut umrühren. Nach der letzten Einnahme Gefäß mit 10 Teelöffeln (50 ml) Wasser wieder auffüllen. Nach dem siebten Tag ist die Einnahme beendet. Alle gebrauchten Utensilien wegwerfen.

Selbstbeobachtung: Alle während der Behandlung auftretenden Symptome sind wichtig für die Beurteilung des Heilungsverlaufs. Bitte alle Symptome notieren.

Bei gravierenden Beschwerden muss die Behandlung unterbrochen und der Arzt befragt werden.

Literatur

  • 01 Hahnemann S. Organon der Heilkunst. 6. Aufl. Leipzig: Schwabe; 1921. 4. Nachdruck Heidelberg; Haug Verlag 1995
  • 02 Köhler G. Lehrbuch der Homöopathie. Band 1: Grundlagen und Anwendung, 6. Aufl. Stuttgart; Hippokrates Verlag 1994
  • 03 Ramakrishnan A U, Coulter C R. A Homoeopathic Approach to Cancer. St.Louis, Missouri; Quality Medical Publishing 2001