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DOI: 10.1055/s-2004-834190
Das ideale Sonolabor – Überlegungen zu Qualitätsstandards in der klinischen Sonographie
Problemstellung: Wie könnten Qualitätsstandards klinischer Ultraschall-Labore unter Bedingungen DRG-finanzierter Krankenhäuser mit Publikations- und Zertifizierungspflicht qualitätsrelevanter Daten aussehen?
Methode: Konzepte werden skizziert, beruhend auf persönlichen Erfahrungen, Diskussionsstand der DEGUM-Sektion Chirurgie und Diskussionsstand der Sektion Innere Medizin lt. Internet.
Ergebnisse: Primärparameter der Qualitätssicherung:
Ergebnisqualität.
Zu deren Kontrolle unter Alltagsbedingungen geeignet: positiver Vorhersagewert und Sensitivität für bestimmte Kenndiagnosen. Lückenlose, eindeutige, prospektive Dokumentation und Archivierung aller Ultraschallbefunde notwendige Voraussetzung.
Komplementärparameter:
Methodenverfügbarkeit:
Anteil der Fälle einer Kenndiagnose, die tatsächlich sonographiert wurden. Hohe Verfügbarkeit (auch ausserhalb Regelarbeitszeit) setzt gute Sonoausbildung möglichst aller bereitschaftsdiensttuender Ärzte voraus. Ausserdem sollte bestmögliche Geräte- und Prozessqualität (s. d.) im Bereitschaftsdienst verfügbar sein: bestes Gerät/Sonolabor in oder nahe bei Notfallaufnahmebereich.
Sekundärparameter zur Erreichung von Ergebnisqualität:
1. Untersucherqualität:
Ausbildung: während Regelarbeitszeit immer 2 Ärzte (Ausbilder und Auszubildender) gleichzeitig im Sonolabor tätig. Permanente Übung durch stationsbegleitende Sonographiedienste im tgl. Wechsel besser als Blockrotation mit anschließendem stetigem Kompetenzverlust.
2. Gerätequalität:
Bestmögliches modernes Sonogerät (DEGUM-Klasse 3) für jedes Sonolabor/Untersucher sinnvoll. Klasse 1-Geräte in Klinik nicht sinnvoll.
3. Prozessqualität:
High-Volume-Sonolabor (≥ 25 Unt./d.=6.250 Unt./a) ökonomisch effizientestes Modell der Nutzung der Investition eines Sonogerätes. Höchstmögliche Untersuchungsfrequenz=minimierte Wechselzeiten zwischen den Patienten pro Gerät realisiert durch Nutzung von 2 Patientenumkleidekabinen, eine Assistenzkraft und überlappende Untersuchung durch 2 Ärzte. EDV-Dokumentationsprogramm zur Befundtexterstellung mit Bildeinbindung (DICOM besser als Video-framegrabber) und elektron. Archivierung. Vernetzung mit KIS/Verwaltungssoftware (Übernahme von Stammdaten/Übermittlung von Abrechnungsdaten). 2 Computerarbeitsplätze, 2 Telefone, L-förmige Anordnung von Untersuchungsliege und Bettpatienten-Untersuchungsplatz. Gesamt-Raumbedarf ≥ 37 m2. High volume Labore auch in kleineren Kliniken durch interdisziplinäre Nutzung realisierbar.
Schlussfolgerung: Ergebnisqualität und Methodenverfügbarkeit erfordern intensive Ultraschallausbildung möglichst vieler Ärzte einer Klinik. Der Ausbildung und der ökonomisch effektiven Ausnutzung der Investition in ein gutes Sonogerät wird gleichermaßen durch ein high-volume-Sonolabor Rechnung getragen (Standardbesetzung: 2 Ärzte, eine Assistenzkraft). Die DEGUM sollte die Realisierung dieses Konzeptes in möglichst vielen Kliniken fördern.