Ultraschall in Med 2004; 25 - WS_04_03
DOI: 10.1055/s-2004-834031

Perianale Sonographie – Eine Methode zur Akut-Diagnostik perianaler Abszesse

J Wedemeyer 1, TD Kirchhoff 2, O Bachmann 3, J Lotz 2, M Galanski 2, MP Manns 3, M Gebel 3, JS Bleck 3
  • 1MHH, Gastroenterologie, Hannover
  • 2Diagnostische Radiologie, Medizinische Hochschule Hannover
  • 3MHH, Gastroenterologie

Problemstellung: Perianale Abszesse stellen eine akute Komplikation dar, die sich gehäuft bei Patienten mit M. Crohn zeigt. Endosonographie und MRT des Beckens stellen hochsensitive, etablierte Untersuchungsverfahren zur Darstellung dieser Abszesse dar, sind jedoch in ihrer Verfügbarkeit begrenzt. Wir haben die Praktikabilität der perianalen Sonographie (PAUS) zur Diagnostik perianaler Abszesse untersucht.

Methode: Von August 2002 bis Mai 2004 führten wir 61 perianale Sonographien bei 42 Patienten mit Morbus Crohn durch. Für die Untersuchung wurden konvexe 3,3–6MHz und lineare 9–12MHz Ultraschallsonden verwandt. Der Schallkopf wurde in der Sagittalebene auf den After des in Linksseitenlage liegenden Patienten aufgesetzt und in die verschiedenen Richtungen verschoben bzw. geschwenkt. Gegebenenfalls wurde farbkodierter Dopplersonographie zur weiteren Differenzierung genutzt.

Ergebnisse: Bei 15 Patienten zeigten sich Abszesse beziehungsweise Flüssigkeitsverhalte im Verlauf von Fistelgängen. Die kleinsten nachweisbaren Veränderungen hatten einen Durchmesser von 7mm. Bei Flüssigkeitsverhalten im Verlauf von Fistelgängen (n=12) wurde zunächst konservativ behandelt. Bei 3 Patienten wurden wegen akuter neu aufgetretener perianaler Schmerzen ohne bisher bekanntes perianales Fistelleiden und Fieber eine PAUS durchgeführt. Bei allen drei Patienten zeigten sich bereits in der Übersicht mit dem Convex Schallkopf ausgedehnte perirektale/anale Abszesse mit einem Durchmesser von maximal über 5cm. Bei einem dieser Patienten wurde die Diagnose im MRT und bei einem mittels CT bestätigt. Bei dem 3. Patienten konnte auf weitere Bildgebung verzichtet werden. Bei allen 3 Patienten bestätigte sich der Befund intraoperativ.

Schlussfolgerung: Die perianale Sonographie stellt eine gute Methode zur Darstellung perianaler Abszesse dar.

Insbesondere bei größeren Abszessen wird eine zusätzliche Bildgebung mittels MRT nicht notwendig sein. Diese sollte unklaren Befunden vorbehalten sein.