Z Orthop Ihre Grenzgeb 2004; 142(5): 611-617
DOI: 10.1055/s-2004-832320
Schulter

© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Einzeitiger Schulterendoprothesenwechsel bei periprothetischer Infektion

One-Stage Revision of Shoulder Arthroplasty in the Case of InfectionA. Ince1 , K. Seemann1 , L. Frommelt1 , A. Katzer1 , J. F. Löhr1
  • 1ENDO-Klinik Hamburg, Orthopädische Chirurgie, Research Unit, Hamburg
Further Information

Publication History

Publication Date:
07 October 2004 (online)

Zusammenfassung

Problemstellung: Das diagnostische und therapeutische Vorgehen bei infizierter Schulterendoprothese ist in der Literatur nur spärlich beschrieben. Mit dieser Arbeit stellen wir die eigenen Ergebnisse nach einzeitigem Schulterendoprothesenwechsel bei periprothetischer Infektion vor. Material und Methode: Der Untersuchungszeitraum erstreckt sich von September 1990 bis Oktober 2002. Die Gruppe beinhaltet 16 Patienten mit 16 Gelenken, 6 Frauen und 10 Männer im Mittel 68 Jahre alt (45-90). Zwei Patienten sind verstorben, zwei weitere Patienten sind unbekannt verzogen. Weitere drei sind bereits revidiert. Somit konnten neun Patienten klinisch untersucht und der Constant-Murley-Score erhoben werden. Ergebnisse: Fünfzehn Patienten wurden mit einer Hemiendoprothese, ein Patient mit einer inversen Schulterendoprothese versorgt. Staphylokokken, Propionibakterien und Streptokokken dominierten als Erreger. Es wurden zwei Frühinfekte (innerhalb von drei Monaten) und vierzehn Spätinfekte behandelt. Risikofaktoren für eine Infektion bestanden in sieben Fällen. Die Nachuntersuchungszeit betrug durchschnittlich 5,8 Jahre (13 Monate-13,25 Jahre). Der Constant-Murley-Score beträgt in der Nachuntersuchung 33,6 von 100. Drei Patienten wurden revidiert. Ein Patient zog sich eine traumatische periprothetische Humerusfraktur zu, ein weiterer Patient entwickelte eine Akromionpseudarthrose nach transakromialem Zugang und in einem Fall kam es zu rezidivierenden Luxationen. Radiologisch zeigte sich in drei Fällen mit einer Hemiendoprothese eine kraniale Subluxation, in keinem der Fälle eine Lockerung. Keiner der untersuchten Fälle hatte ein Infektrezidiv. Diskussion: Durch präoperative Gelenkpunktion und Bestimmung des CRP(C-reaktives Protein)-Wertes ist eine frühzeitige Diagnose einer periprothetischen Schulterinfektion möglich. Staphylokokken, Propionibakterien und Streptokokken sollten bei fehlendem Keimnachweis in der Therapie berücksichtigt werden. Schlussfolgerung: Durch einzeitigen septischen Schulterendoprothesenwechsel ist eine Infektheilung zu erzielen, ohne die Nachteile der zweizeitigen Revision oder der Resektionsarthroplastik einzugehen.

Abstract

Aim: Infection of shoulder arthroplasties is rare, but represents a potentially devastating complication. The aim of this work is to show the value of various diagnostic procedures, specify causative pathogens and present the results of one-stage revised patients. Method: We performed a retrospective analysis of our 16 consecutive patients with an infected shoulder arthroplasty. Results: In 13 of 16 cases a causative pathogen could be established preoperatively. Staphylococcus and Propioni spp. dominated. Only 9 patients could be followed up because two died, two were lost and three patients were revised because of non-infectious complications. The follow-up time was 5.8 years (13 months - 13.25 years). The Constant-Murley score was 33.6 of 100. Eradication of infection was achieved in all patients. In the follow-up time no reinfection has occurred. Conclusion: Culturing of the preoperative joint fluid aspirate and the determination of CRP provide an early diagnosing of shoulder arthroplasty infection. One-stage revision arthroplasty with radical debridement and application of antibiotics to the bone cement provide an accurate therapy of periprosthetic shoulder infection.

Literatur

Akif Ince

ENDO-Klinik Hamburg, Orthopädische Chirurgie, Research Unit

Holstenstr. 2

22767 Hamburg

Phone: 0 40-31 97-18 76

Fax: 0 40-31 97-19 28

Email: akif_ince@hotmail.com