Handchir Mikrochir plast Chir 2005; 37(1): 7-12
DOI: 10.1055/s-2004-830373
Originalarbeit

Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Die WEKO-Fingergrundgelenkprothese

The WEKO Finger Joint ProsthesisK.-D. Wessels1
  • 1Orthopädische Abteilung (Chefarzt: Dr. K.-D. Wessels), Marienhospital Gelsenkirchen
Further Information

Publication History

Eingang des Manuskriptes: 19. August 2003

Angenommen: 2. August 2004

Publication Date:
03 March 2005 (online)

Zusammenfassung

Die WEKO-Fingergrundgelenkprothese wurde in der Zeit von 1989 bis 1993 entwickelt, um die Stabilität und die Funktion des destruierten rheumatischen Fingergrundgelenkes wiederherzustellen. Das Implantat wird zementfrei eingebracht und ist achsgeführt. Die Fixation der Prothesen erfolgt über ein Hülsensystem, das im Knochen einwachsen soll und die Prothese mit einem Stiel mit 100er-Konus der Hülse ankoppelt. 1993 konnten 48 Patienten mit 74 Prothesen versorgt und im Rahmen einer Nachuntersuchungsstudie 2003 kontrolliert werden. Von den 48 Patienten konnten 43 in der Studie erfasst werden (89,5 %) mit insgesamt 65 Prothesen (87,8 %). Bei den 43 Patienten waren sieben Fehlschläge (16,2 %) zu verzeichnen. Es traten Luxationsfehlstellungen im Konus, Lockerungen der Koppelungshülsen und ein Bruch des Implantates auf. Bei diesen Patienten mussten insgesamt zwölf Prothesen (16,2 %) ausgebaut werden. Der Bewegungsumfang der Prothesen war zum Nachuntersuchungszeitpunkt durchschnittlich 0/10/70 Grad bei einem Anfangsbewegungsausmaß von durchschnittlich 0/0/90 Grad. Insgesamt waren die Patienten in den ersten drei bis vier Jahren nach eigenen Angaben mit dem Bewegungsausmaß zufriedener als später. Dies war im Wesentlichen damit zu erklären, dass die rheumatische Erkrankung bei den Patienten weitergegangen war und die Zerstörung benachbarter Fingergelenke zugenommen hatte, wodurch die Greiffunktion trotz der eingebrachten Prothesen schlechter geworden war. Aus diesem Grunde waren auch die Handscores zur Nachuntersuchung nicht zu gebrauchen, da diese im Allgemeinen auf benachbarte unversehrte Gelenke abstellen und somit gerade beim Rheumatiker ungenaue Ergebnisse ergeben. Es wurde daraufhin die zweite Generation der WEKO-Fingerprothese entwickelt, wobei auch Fehlschläge, die von anderen Autoren berichtet wurden, bei der Konstruktionsänderung berücksichtigt wurden. Der Konus wurde durch einen Zylinder mit sternförmigem Querschnitt ersetzt, wodurch er sich in der Hülse nicht mehr drehen kann. Gleichzeitig entsteht ein gewisser Pistoneffekt in der Koppelungshülse, der gewährleistet, dass nicht die gesamte Kraft auf die einwachsende Hülse einwirkt. Der Entwurf der eigentlichen Prothese wurde belassen. Lediglich die Flanken der Prothesengabel wurden verstärkt.

Abstract

The WEKO prosthesis was developed between 1989 and 1993 in order to restore stability and function of destroyed metacarpophalangeal joints in rheumatoid arthritis. The prosthesis is a hinged one and is fixed to the bone cementlessly by special osseointegrated sleeves in which the stem of the implant is fastened by a cone. Forty-eight patients with 74 prosthesis have been operated on in 1993. In a follow-up study in 2003, 43 of them (89,5 %) with 65 prostheses (87,8 %) could be re-examined clinically and radiographically. In seven patients (16,2 %) implant arthroplasty failed comprising loosening of the prosthesis within their sleeves, loosening of the sleeves in the bone and implant breakage. Twelve implants (16,2 %) had to be removed. The range of motion at follow-up was 0/10/70 degrees in comparison to 0/0/90 degrees postoperatively. Patients satisfaction over the first three to four years was higher than later due to deterioration of the rheumatoid disease. Thus, classical handscores to assess the outcome could not be applied. A second generation of the WEKO prosthesis was developed to improve rotational stability and osseointegration paying attention to reports concerning failures which were seen also by other authors. The stem of the implant was changed to a cylindrical one with star shaped cross-section which allows some pistoning in order to reduce the stressload of the sleeves.

Literatur

Dr. med. Klaus-Dirk Wessels

Orthopädische Abteilung
Marienhospital

Virchowstraße 122

45886 Gelsenkirchen

Email: egoerz@st-augustinus.de