Pneumologie 2005; 59(3): 201-203
DOI: 10.1055/s-2004-830157
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© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Integrierte Versorgung in der Pneumologie

Integrated Medical CareH.  Teschler1
  • 1Ruhrlandklinik, Abteilung Pneumologie - Universitätsklinik, Essen
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Publication Date:
08 March 2005 (online)

Ausgangssituation

Das deutsche Gesundheitswesen ist durch eine mangelnde Integration der Versorgungsabläufe gekennzeichnet - speziell bei Patienten mit komplexen Behandlungsabläufen und chronischen Erkrankungen. Zurückzuführen ist dies insbesondere auf die streng sektorale und damit höchst artifizielle Trennung von ambulanter und stationärer Versorgung. Eine zusätzliche Barriere für die Realisierung kontinuierlicher Diagnostik- und Behandlungsabläufe bildet die historisch begründete örtliche und budgetäre Trennung von Akut- und Rehabilitationsmedizin [4]. Zudem werden Rehabilitationsleistungen noch überwiegend in meist wohnortfernen, stationären Einrichtungen angeboten. Auch die rigide Vertrags- und Vergütungsstruktur für die Versorgung von Patienten mit Arzneimitteln und anderen Heil- und Hilfsmitteln steht den ökonomischen Anforderungen entgegen, die eine integrierte Versorgung ohne zeitliche und inhaltliche Brüche ermöglichen sollen [4].

Strikt getrennte Behandlungssektoren orientieren sich selten am konkreten Versorgungsproblem. Sie verursachen eine ausgabenintensive Doppelversorgung mit Personal (z. B. ambulante und stationäre Facharztstruktur), mit Sachmitteln und Investitionsgütern (z. B. Großgeräte in Krankenhaus und Praxis). Auch besteht ein vermehrter Raumbedarf. Sektorale Budgetvorgaben und Wirtschaftlichkeitsprüfungen in den einzelnen Versorgungsebenen induzieren außerdem kräftige ökonomische Anreize für die Entwicklung von Auslastungsstrategien, die einen medizinisch sinnvollen Einsatz der immer knapper werdenden Ressourcen verhindern. Das oft langjährige Einzelkämpfertum und insbesondere die im Zusammenhang mit komplexen Erkrankungen zu geringe Erfahrung und zu niedrige Untersuchungsfrequenz wirken sich nachteilig auf die Effizienz und Qualität der fachärztlichen Vorsorgung aus [1] [4].

Literatur

  • 1 Bauer A. Die Integrierte Versorgung kommt - aber wie?. In: McKinsey Health. 2004 1: 30
  • 2 GKV-Modernisierungsgesetz 2003; Gesetz vom 22. 12. 2003 - BGB I Seite 2626, insbesondere Abschnitt 11 §§ 140a bis 140d SGB V. 
  • 3 Lehnert H, Meyer J, Riemann J. et al . Konzept der integrierten Versorgung und deren Bedeutung für die Innere Medizin.  Der Internist. 2004;  45 M239
  • 4 Rebscher H. Integrierte Versorgung.  Arzt und Krankenhaus. 2004;  4 113
  • 5 Schönbach K H. Verbesserte Bedingungen für die integrierte Versorgung. Die BKK 12/2003. 

Prof. Helmut Teschler

Ruhrlandklinik · Abteilung Pneumologie-Universitätsklinik

Tüschener Weg 40

45239 Essen

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