Klin Monbl Augenheilkd 2004; 221 - D45
DOI: 10.1055/s-2004-828756

Endogene Endophthalmitis – Verlaufsbeobachtungen

M Ostendorf 1, E Berger 1, RF Guthoff 1
  • 1Universitäts-Augenklinik Rostock

Hintergrund: Die endogene Endophthalmitis stellt ein seltenes Krankheitsbild in der Augenheilkunde dar, bei dem es durch eine Septikämie zur intraokularen Infektion durch Pilze, Bakterien oder Parasiten kommt. Meist sind immungeschwächte, multimorbide Patienten betroffen. Durch ein Zusammenspiel von Virulenz der Erreger und lokalen Abwehrmechanismen und Entzündungsreaktionen kommt es häufig zu fulminanten Verläufen mit schlechter Prognose für den Ausgang des Krankheitsbildes.

Methode: Im Zeitraum vom 8.12.2003 bis 19.2.2004 wurden in der Universitätsaugenklinik Rostock 3 Patienten mit der Diagnose einer endogenen Endophthalmitis eingewiesen und behandelt. In allen drei Fällen lag eine fortgeschrittene Entzündung eines Auges vor.

Ergebnisse: Bei allen Patienten erfolgte der Therapiebeginn zu einem späten Zeitpunkt, so dass in zwei von den drei Fällen eine Enucleatio bulbi durchgeführt werden musste. Im dritten Fall konnte der Bulbus zwar erhalten bleiben, jedoch führte die schwere Entzündung zu einem Funktionsverlust des betroffenen Auges.

Schlussfolgerung: Ein frühzeitiges Erkennen des Krankheitsbildes mit einer sofort einsetzenden Therapie ist für den Verlauf der endogenen Endophthalmitis von großer Bedeutung. Immungeschwächte Patienten, die eine Septikämie entwickeln, bedürfen daher einer besonderen ophthalmologischen Kontrolle.