Rehabilitation (Stuttg) 2004; 43(4): 241-246
DOI: 10.1055/s-2004-828293
Methoden in der Rehabilitationsforschung
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Effektgrößenberechnung bei Interventionsstudien

Estimating Effect Sizes in Clinical TrialsR.  Leonhart1
  • 1Methodenzentrum des Rehabilitationswissenschaftlichen Forschungsverbundes Freiburg/Bad Säckingen, Freiburg
Koordinatoren der Reihe „Methoden in der Rehabilitationsforschung”: Prof. Dr. Dr. Hermann Faller, Würzburg; Prof. Dr. Thomas Kohlmann, Greifswald; Dr. Christian Zwingmann, Frankfurt/MainInteressenten, die einen Beitrag zur Reihe beisteuern möchten, werden gebeten, vorab Kontakt aufzunehmen, E-mail: christian.zwingmann@vdr.de
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Publication Date:
19 August 2004 (online)

Zusammenfassung

Trotz der Empfehlungen im CONSORT-Statement (Consolidated Standard of Reporting Trials) werden Effektgrößen in rehabilitationswissenschaftlichen Studien noch selten berichtet. Ziel dieses Beitrags ist es, die Notwendigkeit von Effektgrößen hervorzuheben und die Berechnung verschiedener Effektgrößen an Beispielen zu erläutern. Hierbei werden auch die Folgen unterschiedlicher Berechnungsvarianten verdeutlicht.

Abstract

Even though reporting of effect sizes is recommended in methodological guidelines such as the CONSORT Statement (Consolidated Standard of Reporting Trials), these quantities are still rarely included in reports on studies in rehabilitation medicine. The aim of this paper is to emphasize the relevance of reporting effect sizes and to illustrate different methods for their calculation. The implications of using different methods for calculating effect sizes are also discussed.

Literatur

1 Zur besseren Darstellung wurden aus didaktischen Gründen Gruppen mit jeweils nur fünf Personen gewählt. Auf die Prüfung der Normalverteilungsannahme wurde verzichtet.

2 Bei der Berechnung der gepoolten Streuung wird die Größe der beiden Stichproben berücksichtigt. Die Berechnung erfolgt über die Formel:

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3 Hier sei nur kurz darauf hingewiesen, dass die „Effektgröße” [4] d' = μ1 - μ2D × √2 vermutlich durch eine falsche Zitation aus der Originalarbeit entstanden ist und nicht als Effektgröße für den Messwiederholungsfall verwendet werden sollte. Das d'-Maß [4] wird von Cohen nur als ein Korrekturmaß zum Ablesen der korrekten Teststärke (power) in den von ihm vorgegebenen Teststärketabellen benutzt. Die Teststärke gibt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Signifikanztest sich bei gültiger Alternativhypothese für die Alternativhypothese entscheidet. Die Verwendung dieses Maßes führt allerdings durch die Multiplikation mit Wurzel 2 zu erhöhten Effektgrößen. Diese Korrektur wird zwar damit begründet [2], dass hierbei nur eine Stichprobe untersucht wird und somit wegen der Reduktion der Freiheitsgrade von 2(n-1) auf (n-1) eine Korrektur erfolgen muss, allerdings erfolgt sie nur zur Berechnung der korrekten Teststärke [5]. Die Verwendung des Korrekturmaßes als Effektgröße ist allerdings fälschlicherweise immer noch in neueren Arbeiten zu finden [3] [4].

4 Der kostenlose Download kann über URL: www.psycho.uni-duesseldorf.de/aap/projects/gpower/ erfolgen.

Dipl.-Psych. Rainer Leonhart

Universität Freiburg · Institut für Psychologie · Abteilung für Rehabilitationspsychologie

79085 Freiburg

Email: leonhart@psychologie.uni-freiburg.de

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