Rofo 2004; 176 - VO_4084
DOI: 10.1055/s-2004-827858

RFAblation intrahepatischer Tumoren mittels neuratiger bipolarer Koagulationselektrode: Erste klinische Erfahrungen

BJ Frericks 1, T Albrecht 1, JP Ritz 1, A Roggan 1, CT Germer 1, KJ Wolf 1
  • 1Charité – Universitätsmedizin Berlin – Campus Benjamin Franklin, Klinik und Poliklinik für Radiologie und Nuklearmedizin, Berlin

Ziele: Eine homogene, ausreichend hohe Energieverteilung im Zielgewebe ist von entscheidender Bedeutung bei der in-situ Thermoablation. Zu diesem Zweck wurden in der Vergangenheit zahlreiche mono- und bipolare Sondensysteme entwickelt. Letztere haben theoretische Vorteile hinsichtlich der Energieverteilung, wurden aber bisher aufgrund der kleinen Ablationszonen klinisch nicht eingesetzt. Es werden erste Erfahrungen mit einem System vorgestellt, bei dem bis zu 3 bipolare, intern gekühlte Sonden im Abstand von 2–3cm appliziert werden können. Methode: Das System wurde bisher bei 12 Patienten mit 16 malignen Lebertumoren (mittlere Größe 33mm, 20–55mm) perkutan Ultraschall- oder CT-gesteuert (9 Patienten) und intraoperativ IOUS-gesteuert (3 Patienten) eingesetzt. Das Ablationsergebnis wurde mittels CT vor und 1 Woche nach Ablation sowie MRT am Tag 2 nach Ablation kontrolliert. Die Ablationszonen wurden in allen 3 Ebenen ausgemessen und hinsichtlich persistierenden Tumorgewebes untersucht. Die applizierte Energie wurde dokumentiert. Ergebnis: 15 der 16 Läsionen wurden vollständig erfasst. Bei einer Läsion von 2cm Größe verblieb trotz erneuter Ablation ein kleiner Tumorrest unmittelbar subkapsulär. Die Größe der Ablationszonen war abhängig von der Anzahl der Sonden und der applizierten Energie und betrug durchschnittlich 42×43×58mm (23×34×40mm, 2 Sonden perkutan, bis 85×65×65mm, 3 Sonden intraoperativ unter Pringle-Manöver). Bei 11 der 12 Patienten traten keine relevanten Komplikationen auf. Bei einem voroperierten Patienten kam es zu einer Dünndarmverletzung, die eine operative Therapie erforderte. Schlussfolgerung: Nach unseren bisherigen Erfahrungen können mit dem neuen bipolaren System Ablationsläsionen am Patienten bis gut 5cm Größe erreicht werden.