Radiologie up2date 2004; 4(4): 317-320
DOI: 10.1055/s-2004-826186
Der besondere Fall
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Der besondere Fall: Akutes Nierenversagen, neurologische Symptome und petechiale Extremitätenblutungen

B.  Buerke1 , T.  Niederstadt1
  • 1Institut für Klinische Radiologie, Universität Münster
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Publication Date:
13 January 2005 (online)

Fallvorstellung

Die 40-jährige Patientin wurde im Stadium des akuten Nierenversagens mit stärksten breiigen Durchfällen und wässrigem Erbrechen stationär aufgenommen. Nach Döner-Genuss in einem Türkeiurlaub waren innerhalb weniger Stunden starke gastrointestinale Symptome aufgetreten, die sich in den folgenden Tagen kontinuierlich gesteigert hatten. Insbesondere waren im Bereich der Extremitäten punktförmige Blutungen sowie große Hämatome bei inadäquaten Stoßtraumata aufgefallen. Der Urin hatte sich progredient dunkel verfärbt und das Urinvolumen abgenommen. Neurologisch war die Patientin durch eine zunehmende Vergesslichkeit mit Desorientiertheit sowie minutenlange muskuläre Anfälle mit Zuckungen von Fingern und Armen auffällig.

Zur Abklärung der neurologischen Symptomatik wurde innerhalb eines Tages nach Aufnahme eine MR-tomographische Untersuchung vor und nach Kontrastmittelapplikation (Gadovist, Schering AG, 0,1 mmol/kg KG) durchgeführt. Im Verlauf dieser Untersuchung kam es zu einem epileptischen Anfall mit tonisch-klonischen Krämpfen sowie Erbrechen. In dieser initialen Untersuchung zeigte sich in der T2-Wichtung eine fleckig inhomogene Signalanhebung beidseits im Bereich der Stammganglien als Zeichen eines Ödems. Korrelierend konnte in der nativen T1-Wichtung eine flaue Signalminderung nachgewiesen werden. Nach Kontrastmittelgabe war ein diffuses Enhancement nachweisbar. Ebenfalls zeigte sich ein diffuses Kontrastmittel-Enhancement entlang des temporalen und parietalen Kortex als Folge einer am ehesten ischämischen Schädigung. Die T2*-Sequenz wies keine Mikroblutungen nach.

Sieben Tage nach der initialen MR-Untersuchung wurde die MRT zur prognostischen Beurteilung wiederholt. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Patientin im Zustand eines Coma vigile mit okulären Automatismen und beidseitigen höhergradigen Pyramidenbahnstörungen.

Literatur

Dr. med. Boris Buerke

Institut für Klinische Radiologie, Universität Münster

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