Laryngo-Rhino-Otol 2004; 83 - 11_15
DOI: 10.1055/s-2004-823412

Stapedektomie oder Stapedotomie?

F Hoppe 1, F Schön 1, L Moser 1
  • 1Univ. HNO-Klinik

Bei der Otosklerose mit progredienter Schallleitungsschwerhörigkeit stellt die Stapesoperation die Methode der Wahl dar. Es werden dabei Stapedektomie mit zumindest partieller Entfernung der Fußplatte oder Stapedotomie mit alleiniger Perforation der Fußpatte unterschieden. Ab 2001 wurden beide Techniken angewendet und Titanpistonprothesen eingesetzt. Wurde eine Stapedotomie unter Verwendung eines Mikrobohrers durchgeführt, kam in über 90% eine selbstfixierende „a`Wengen-"prothese zum Einsatz, bei einer Stapedektomie üblicherweise eine konventionelle Pistonprothese, die am langen Amboßfortsatz mit dem Schließzängelchen festgeklemmt wurde. Die Gruppe der Stapedektomie umfasste 93 die Gruppe der Stapedotomie 85 Patienten. Die Daten der Patienten wurden über eine Ohroperationsdokumentationssystem erfasst und ausgewertet. Die Ergebnisse sowohl in audiologischer Hinsicht wie in Häufigkeit und Ausmaß von Komplikationen oder Operationszeit wiesen keine signifikanten Unterschiede auf. Der Vorteil der Stapedotomie liegt in der Tatsache, dass die Fußpattenperforation bei noch erhaltenem Stapesüberbau und somit intakter Kette durchgeführt werden kann und die Befestigung der Prothese am stabilen System erfolgt. Die Gefahr einer Amboss- luxation ist damit verringert.