Laryngorhinootologie 2004; 83 - 6_22
DOI: 10.1055/s-2004-823266

Mediane Halszyste mit Ausdehnung in den Larynx

AS Kontaxis 1, T Alborno 1, J Kainz 1
  • 1Univ. HNO-Klinik

Einleitung:

Mediane Halszysten sind Residuen des Ductus thyreoglossus. Trotz anatomischen Nähe ist eine Ausdehnung nach laryngeal bisher nur in wenigen Fällen beschrieben worden.

Fallbericht:

Ein 47- jähriger Mann hatte seit Wochen eine prall elastische, schmerzlose, Vorwölbung unter dem Zungenbein bemerkt. Das MR zeigte eine 3,6cm im DM haltende ovaläre Zyste, mit Ausbuchtung durch die Incisura thyroidea superior bis unter die linke Taschenfalte. Operation und postoperativer Verlauf gestaltete sich komplikationsfrei. Die histologische Aufarbeitung ergab eine Ductus thyreoglossus Zyste.

Diskussion:

Bei zystischen Tumoren in der Mittellinie des Halses handelt es sich zumeist um Residuen des Ductus thyreoglossus. Die Diagnosestellung bereitet bei typischer Klinik keine Probleme. Therapie der Wahl ist die vollständige operative Exstirpation der Zyste.

Schwieriger wird die Diagnosefindung bei untypischer Lokalisation des Halszyste: diese können sich in seltenen Fällen auch nach laryngeal hin ausbuchten, insbesondere durch den nicht bandverstärkten Teil der Membrana hyothyreoidea. Im Gegensatz zu den äußeren Laryngozelen besteht jedoch keine Verbindung nach endolaryngeal. Neben Klinik und Spiegelbefund sichert die MR Tomographie die Diagnose und gibt über die laryngeale Ausdehnung Auskunft. In wenigen Fällen wurden auch Stimmveränderungen beschrieben – hier muss präoperativ eine genaue phoniatrische Abklärung incl. Stimmstatus erfolgen.

Schlussfolgerung:

Bei Unklarheit der klinischen Diagnose empfiehlt sich eine präoperative MR- Tomographische Abklärung.