Psychother Psych Med 2004; 54 - AB124
DOI: 10.1055/s-2004-822586

EMDR in der Psychotherapie von Persönlichkeitsstörungen – Grenzen, Voraussetzungen, Möglichkeiten

WA Wöller 1
  • 1Privat

EMDR gilt inzwischen als effizientes Verfahren in der Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen. Die Anwendung des Verfahrens erfordert wie jedes traumaverarbeitende Verfahren jedoch neben einer ausreichenden äußeren und inneren Stabilität die Beachtung der Komorbidität.. Da Persönlichkeitsstörungen, namentlich die Borderline-Persönlichkeitsstörung, eine häufige Komorbidität der posttraumatischen Belastungsstörung darstellen, ist die Berücksichtigung einer komorbiden Persönlichkeitsstörung für die Indikationsstellung einer EMDR-Behandlung von großer Bedeutung.

Auf der Basis kasuistischer Mitteilungen in der Literatur und eigener klinischer Erfahrungen soll dargestellt werden,

(1) unter welchen Voraussetzungen die Behandlung einer PTBS auch bei komorbider Persönlichkeitsstörung denkbar ist,

(2) wie EMDR in einen Gesamtbehandlungsplan integriert werden kann, der neben umfassender Stabilisierung, Symptomkontrolle und Ressourcenaktivierung die Modifikation verzerrter interpersoneller Wahrnehmungsmuster und maladaptiver Interaktionsmuster umfasst,

(3) welche Modifikationen des Verfahrens in Abhängigkeit vom Typ der Persönlichkeitsstörung, der Abwehrstruktur und der symptomatischen Komorbidität möglich und auch notwendig ist,

(4) welche Möglichkeiten EMDR darüber hinaus für die Behandlung von Persönlichkeitsstörungen ohne die Symptomatik einer PTBS zur Bewältigung aktueller und künftiger Stressoren und zur Ressourcenstärkung bieten kann.