Pneumologie 2004; 58 - V277
DOI: 10.1055/s-2004-819665

Die Hemmung der Freisetzung von Superoxid-Radikalen im Atemkondensat

C Lehmann 1, M Rothe 1, G Becher 1
  • 1FILT Lungen- und Thoraxdiagnostik, Berlin

Einleitung: Die Freisetzung von reaktiven Sauerstoff-Spezies wird in der Lunge durch verschiedene Mechanismen reguliert. Das entspricht einer antioxidativen Kapazität der Lunge.

Im Rahmen der Studie sollte geklärt werden, ob sich auch im Atemkondensat eine antioxidative Kapazität nachweisen lässt, und wenn ja, ob es einen Unterschied zwischen Gesunden und Kranken gibt.

Methodik: Atemkondensate von gesunden Probanden und von Probanden mit grippalem Infekt wurden in Ruheatmung gesammelt. Zur Messung der antioxidativen Kapazität der Atemkondensat-Proben wurde die Hemmung der Superoxid-Radikalbildung im Atemkondensat im Vergleich zu Wasser bestimmt. Superoxid-Radikale wurden durch Reaktion von Xanthin mit Xanthinoxidase erzeugt und mittels Chemilumineszenz nachgewiesen.

Ergebnisse: In Atemkondensaten ließen sich in unterschiedlichem Maß Superoxid-Radikale durch die Xanthinoxidase-Reaktion freisetzen. Im Atemkondensat von gesunden Probanden wurden weniger Superoxid-Radikale freigesetzt (Hemmung 25%) als im Atemkondensat von Probanden mit grippalem Infekt (Hemmung 0%).

Schlussfolgerung: Atemkondensat von gesunden Probanden hat eine antioxidative Kapazität gegenüber Superoxid-Radikalen. Sie war bei Probanden mit grippalen Infekten stark verringert bzw. gar nicht vorhanden. Faktoren, die in der Lunge antioxidativ wirken, sind offensichtlich mit der Atemkondensatsammlung für weitere Untersuchungen zugänglich.