Pneumologie 2004; 58 - P50
DOI: 10.1055/s-2004-819600

Entwicklung eines Modells zur Untersuchung der hypoxischen Vasokonstriktion an isolierten Mauslungen

N Weissmann 1, E Akkayagil 1, K Quanz 1, RT Schermuly 1, HA Ghofrani 1, L Fink 1, J Hänze 1, F Rose 1, W Seeger 1, F Grimminger 1
  • 1Medizinische Klinik und Poliklinik II, Gießen

Die hypoxische pulmonale Vasokonstriktion (HPV) dient der Anpassung der Perfusion an die Ventilationsbedingungen und optimiert so den Gasaustausch der Lunge. Untersuchungen an genetisch veränderten Mäusen sind ein vielversprechender neuer Ansatz, um die biochemischen Regulationsmechanismen der HPV aufzuklären. Aus diesem Grund haben wir ein Modell entwickelt und charakterisiert, das die Untersuchung der HPV in isoliert perfundiert und ventilierten Mauslungen ermöglicht. Die HPV war sehr gut reproduzierbar, wenn die Lungen mit 1% O2 (10min) alternierend mit normoxischen Ventilationsperioden (21% O2, 15min) beatmet wurden. Die HPV war in ihrer Stärke annähernd konstant, wenn die Lungen mit Krebs-Henseleit-Puffer (mit Hydroxyethylamylopectin) perfundiert wurden. Simultane Inhibition der Cyclooxygenase und von NO-Synthasen amplifizierte die HPV überadditiv. Die HPV war stärker in BALB/c-Mäusen im Vergleich zu C57BL/6-Mäusen und bei Positivdruck-Beatmung um das ˜3fache erhöht gegenüber Negativdruck-Beatmung. Eine 3-stündige hypoxische Ventilation zeigte eine biphasische vasokonstriktive Antwort mit einem Verlust posthypoxischer Vasorelaxations-fähigkeit.

Zusammenfassend wurde im Rahmen dieser Untersuchung die HPV an isoliert perfundiert und ventilierten Mauslungen charakterisiert und der experimentelle Aufbau optimiert. Dies ermöglicht nun die Bestimmung der zugrundeliegenden Mechanismen unter Einbeziehung genetisch veränderter Mäuse.

Förderung: DFG, SFB 547, Projekt B7