Pneumologie 2004; 58 - P247
DOI: 10.1055/s-2004-819570

Analgetikasensitive Atemwegserkrankung: Diagnostik, Risikoanalyse und Therapieplanung mittels FET

G Eger 1, D Schäfer 1, HW Baenkler 1
  • 1Universität Erlangen, Medizinische Klinik III, Abteilung Allergologie

Die Intoleranz gegenüber Salizylatanaloga kann sich mit chronisch entzündlicher Reaktion an Haut, Atmungs- und Verdauungsorganen manifestieren und als akutes Analgetikaasthma oder anaphylaktoide Akutreaktion in Erscheinung treten. Als nahezu ubiquitäre Nahrungsmittelinhaltsstoffe sind Salizylate jedoch nicht zu vermeiden. Zusätzliche Bedeutung erhält diese Intoleranzreaktion durch die Tatsache, dass zu den wirksamen Analoga eine Vielzahl von Schmerzmitteln und Entzündungshemmern aus der Gruppe der NSAID zählen.

Als Sonderform des NSAID-sensitiven Komplexes ist die Samter-Trias mit der Kombination von Analgetikaintoleranz, Asthma und nasaler Polyposis bekannt. Entzündungsaktivität und Akutreaktivität lassen sich in diesem Fall durch Dauermedikation mit Aspirin verbessern (ASS-Desaktivierungstherapie).

Zur Sicherung der Salizylat- bzw. Analgetikaintoleranz ist bislang eine risikoreiche ASS-Expositionstestung nicht zu umgehen, insbesondere wenn eine langjährige Desaktivierungsbehandlung ansteht. Auf Basis der Pathogenese in einem veränderten Arachidonsäuremetabolismus wurde ein funktioneller Eicosanoidtest (FET) entwickelt, der die biochemisch relevanten Vorgänge bei Salizylattoleranz und -intoleranz in vitro abbildet, unabhängig von der jeweiligen Manifestationsform der Erkrankung. Die biochemischen Daten des FET wurden mit den Ergebnissen von ASS-Expositionstestungen und mit Therapieverläufen korreliert.