Pneumologie 2004; 58 - P188
DOI: 10.1055/s-2004-819562

Endotoxin-Inhalation als Entzündungsmodell: Reproduzierbarkeit und Verträglichkeit

M Rose 1, R Kitz 1, A Borgmann 1, S Naumann 1, S Zielen 1
  • 1Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Abt. Allergologie/Pädiatr. Pneumologie, Frankfurt

Einleitung: Im Zusammenhang mit der Untersuchung von Entzündungsmechanismen inhalierten 30 junge gesunde Probanden wiederholt mit Endotoxin (Lipopolysaccharid, LPS). Die Daten aus identischen Protokollen von Tag 1 und 14 wurden miteinander verglichen.

Methodik: LPS wurde mittels eines Verneblungs- und Aerosolprovokationssystems der Firma Jäger verabreicht. Nach Inhalation von isotoni-scher Kochsalzlösung begannen die Probanden, LPS zu inhalieren, wobei die Dosis bis zu einer kumulativen Dosis von 100mg alle 30min. verdoppelt wurde (2.5mg, 10.5mg, 42mg, 45mg). Nach jedem Provokationsschritt, dann stündlich wurde bei den Probanden die Lungenfunktion (FEV1, PEF) und die Körpertemperatur untersucht. Zusätzlich wurde zu den Zeitpunkten 0, 6 und 24 std die Leukozyten, CRP und LPS-bindendes Protein untersucht.

Ergebnisse: Der Tag-zu-Tag-Vergleich zeigte keine signifikanten Veränderungen der untersuchten Parameter. Ab einer kumulativen Dosis von 55 ug LPS wurden bei 10 von 30 Probanden folgende Nebenwirkungen beobachtet: 3 litten unter Husten und Brustschmerz, 3 unter bronchialer Obstruktion und bei 4 wurde Schwäche und erhöhte Körpertemperatur registriert. Ein Anstieg der Körpertemperatur (>0.5°C) wurde bei insgesamt 23 Probanden beobachtet, korrelierte aber nicht mit Veränderungen der Lungenfunktion. Bei den 3 Probanden mit Asthmasymptomen und Verschlechterung der Lungenfunktion wurde die Inhalation schon vor der maximalen Dosis von 100mg LPS beendet. Nach mindestens 6–8 Stunden wurde ein durchschnittlicher Anstieg der Körpertemperatur (>0.5°C) beobachtet. Alle Nebenwirkungen bildeten sich binnen 10 Stunden spontan zurück.

Zusammenfassung: Wir fanden eine hohe Reproduzierbarkeit der Lungenfunktionsteste, und der Körpertemperatur. Eine sorgfältige klinische Überwachung von Probanden/Patienten unter LPS-Inhalation ist dringend zu empfehlen. Aus Sicherheitsgründen sollte hierbei eine kumulative Dosis von 55mg LPS nicht überschritten werden.