Einleitung: Einige Studien weisen auf eine jahreszeitliche Abhängigkeit der Schwankungen im Körpergewicht
hin. Als ursächlich werden dabei Unterschiede im Ausmaß der körperlichen Aktivität,
wie auch des Ess-Verhaltens angeführt. Diese Fluktuationen können den Erfolg gewichtsreduzierender
Maßnahmen beeinflussen, und damit möglicherweise die Diabetesmanifestation bei beeinträchtiger
Glukosetoleranz begünstigen.
Methoden: Die klinischen Daten und Laborergebnisse von 100 nicht-adipösen (Body Mass Index,
BMI, <30kg/m2) Patienten (58 Frauen, 42 Männer; mittleres Lebensalter 56.7±7.5 Jahre) wurden in
die Evaluierung einbezogen. Die Patienten standen unter keiner Dauermedikation, erhielten
routinemäßige Beratungen zur Ernährung und Bewegung, die klinischen Kontrollen erfolgten
im 3 monatlichen Intervall. Die statistischen Auswertungen wurden anhand des Mann-Whitney
U-Tests durchgeführt.
Ergebnisse: Der mittlere BMI aller Patienten betrug in der Winterperiode 24.8±0.7kg/m2, zeigte einen signifikanten Anstieg bis zum Frühling auf 27.0±0.5kg/m (p<0.035),
gefolgt von einer Reduktion bis zu Sommer auf 24.5±0.8kg/m2 und blieb mit 25.6±0.6kg/m2 bis zu Herbst konstant. Frauen wiesen jeweils niedrigere BMI-Werte auf, wie Männer.
Keine jahreszeitlichen Schwankungen waren bei den Nüchternblutzucker- und HbA1c-Werten
zu erheben.
Zusammenfassung: Die jahreszeitlichen Schwankungen im BMI mit einer deutlichen Zunahme in der Winterperiode
sollten in Programmen zur Gewichtsreduktion Berücksichtigung finden, um die Effektivität
und Compliancerate zu verbessern.