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DOI: 10.1055/s-2003-815355
Bronchodilatatorische Wirkung von Ipratropiumbromid Pulveraerosol bei Rauchern und Nichtrauchern mittleren Alters
Das Auftreten einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) stellt eine der Hauptfolgen anhaltenden Tabakkonsums dar. Die Behandlung der COPD erfolgt dabei in erheblichem Umfang durch inhalative Verabreichung von Parasympatholytika. In unserer Studie untersuchten wir die bronchodilatatorische Wirkung eines inhalativ verabreichten Pulveraerosols (Atrovent@ Inhaletten) bei jeweils 20 asymptomatischen Rauchern (R) und Nichtrauchern (NR) mittleren Alters (jeweils 10 Männer und Frauen; R: 51.6±1.5 Jahre, 40.9±3.5 Pack years; NR: 53.1±1.4 Jahre). Die Untersuchung der Lungenfunktion erfolgte dabei jeweils mittels Bodyplethysmographie und Spirometrie vor und nach Verabreichung des Pulveraerosols.
Die Ergebnisse der vor Bronchodilatation durchgeführten Lungenfunktionsuntersuchung zeigten mit Ausnahme von FRC und FEV1/IVC (jeweils p=0.047) keine signifikanten Unterschiede zwischen R und NR. Eine Inhalation von Ipratropiumbromid führte in beiden Gruppen zu einer deutlichen Bronchodilatation mit Abfall der Atemwegswiderstände (R vs. NR; Raw: -20.8% vs. -15.3% (p≤0.007), sRaw: -19.5% vs. -14.9% (p≤0.018)) und Anstieg der exspiratorischen Flüsse (FEVI: 4.0% vs. 3.7% (p˜0.002), FEV1/IVC: 5.8% vs. 4.1% (p≤0.002), MEF75: 8.2% vs. 6.5% (p≤0.008), MEF50: 20.0% vs. 19.2% (p=0.001), MEF25: 16.3% vs. 15.2% (p≤0.065). Die bei Rauchern erzielte bronchodilatatorische Wirkung war dabei leicht, jedoch nicht signifikant stärker als bei Nichtrauchern. Mit Ausnahme der FRC (p=0.021) fanden sich nach der Bronchodilatation keine signifikanten Unterschiede der Lungenfunktionsparameter zwischen Rauchern und Nichtrauchern.
Die in unserer Studie erhaltenen Ergebnisse zeigen, dass die Inhalation von Ipratropiumbromid Pulveraerosol bei asymptomatischen Individuen mittleren Alters zu einer deutlichen Verbesse- rung der Lungenfunktion führt. Raucher wiesen dabei eine den Nichtrauchern vergleichbare Stärke der bronchodilatatorischen Wirkung auf, was am ehesten die Folge des Einschlusses ausschließlich asymptomatischer Individuen ist. Die erhaltenen Ergebnisse weisen somit auf die Möglichkeit einer Behandlung von Frühstadien der COPD mit Anticholinergika hin.