Handchir Mikrochir plast Chir 2003; 35(5): 328-332
DOI: 10.1055/s-2003-43114
Originalarbeit

Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

STT-Arthrodese versus Verkürzungsosteotomie des Radius bei Lunatumnekrosen Stadium 3 und 4 nach Decoulx

STT-Arthrodesis versus Radial Shortening Osteotomy for Kienböck's DiseaseK. Das Gupta 1 , H. G. Tünnerhoff 1 , P. Haußmann 1
  • 1Abteilung für Handchirurgie, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie (Chefarzt: Prof. Dr. P. Haußmann), DRK-Klinik Baden-Baden
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Publication History

Eingang des Manuskriptes: 5. März 2003

Angenommen: 28. Mai 2003

Publication Date:
24 October 2003 (online)

Zusammenfassung

Im Rahmen einer Nachuntersuchung wurden die Daten von 49 Patienten mit Lunatumnekrosen im Stadium 3 und 4 nach Decoulx in der Modifikation nach Lichtman erfasst; 13 davon waren mit einer Skaphotrapeziotrapezoidal-Arthrodese (STT-Arthrodese) behandelt worden, 36 mit Verkürzungsosteotomie des Radius (RVO). Die Nachuntersuchung wurde nach 23 und 86 Monaten durchgeführt. Von den 13 Patienten mit STT-Arthrodese waren fünf im Stadium 3 a, sieben im Stadium 3 b, einer im Stadium 4. Bei den Patienten mit RVO waren 20 im Stadium 3 a, 16 im Stadium 3 b. Untersucht wurden aktive Beweglichkeit und Faustschlusskraft, Arbeitsfähigkeit und Schmerzen mit dem Cooney-Schema, sowie die subjektive Beeinträchtigung mit dem DASH-Fragebogen. Röntgenbilder im Vergleich prä- und postoperativ wurden beurteilt zur Restrukturierung des Lunatums sowie zum Verlauf der Gefügestörung.

Die Gruppe der STT-Arthrodesen zeigte postoperativ eine schlechtere Gesamtbeweglichkeit mit Abnahme von zehn Grad, eine verbesserte Kraftentfaltung um 10 % und eine deutliche subjektive Schmerzreduktion. Radiologisch war bei zehn von 13 Patienten eine Konsolidierung der knöchernen Struktur des Lunatums nachvollziehbar.

Bei den Verkürzungsosteotomien des Radius verbesserten sich postoperativ die durchschnittliche Kraft um 22 % und die Gesamtbeweglichkeit um zehn Grad, jedoch fanden sich sehr unterschiedliche Verläufe mit acht Rezidiveingriffen und teilweise verbleibenden Schmerzen. Radiologisch konnte selbst im Stadium 3 b noch eine Konsolidierung des Lunatums beobachtet werden. Die radiologischen Verläufe differierten in mehreren Fällen von den klinischen Ergebnissen und der subjektiven Beeinträchtigung. Die Langzeitergebnisse nach mehr als zehn Jahren waren bei den komplikationsfreien Patienten bezüglich Schmerzreduktion, Kraft und Beweglichkeit sehr gut.

Eine statistische Auswertung unterbleibt aufgrund der kleinen Fallzahlen.

Wir wenden beide Verfahren für die Stadien 3 a und 3 b an, in Abstimmung mit den Erfordernissen und Wünschen des Patienten. Bei ausgeprägter Ulnaminusvariante bevorzugen wir die Verkürzungsosteotomie des Radius, ebenso bei gut erhaltener Beweglichkeit.

Abstract

Thirteen patients treated by STT fusion for Kienböck's disease (five stage 3 a, seven stage 3 b, and one stage 4) and 36 patients treated by radial shortening osteotomy (20 stage 3 a, 16 stage 3 b) were checked after 26 and 83 months average. The active range of motion and grip strength were compared by means of the Cooney score, discomfort and pain by the DASH score. X-rays were compared for the bone structure of the lunate and development or progress of carpal collapse.

After STT fusion the active over-all range of motion decreased by about 10 degrees, grip strength improved slightly by approximately 10 %, pain and discomfort improved well. Consolidation of the lunate was seen in ten of thirteen patients.

The patients treated with radial shortening osteotomy could all improve their range of motion by about 10 degrees and the grip strength by about 20 %, whereas discomfort and pain persisted in some cases. X-rays showed consolidation of the lunate in cases of eleven patients stage 3 a and twelve patients stage 3 b. Radiological results were not always corresponding to the clinical results and the patients' subjective estimation. A group of eight patients could be followed up after more than ten years; all of them showed excellent results. This may indicate the long-term result for those patients who benefit from radius shortening with early pain relief.

We recommend both procedures for stage 3 a and 3 b and suggest to decide from case to case, according to the needs of the patient. Ulna minus variance or the patient's wish to restore full active range of motion indicate radial shortening.

Literatur

Dr. med. Kunti Das Gupta

DRK-Klinik Baden-Baden

Lilienmattstraße 5

76530 Baden-Baden

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