Klin Padiatr 2003; 215(1): 24-29
DOI: 10.1055/s-2003-36895
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Früh- und Spätkomplikationen nach Anlage implantierbarer zentralvenöser Kathetersysteme

Early and Late Complications After Implantation of Central Venous CathetersA.  Herold1 , K.  Rothe1 , T.  Woller1 , U.  Bierbach2 , J.  Bennek1
  • 1Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie, Universitätsklinikum Leipzig AöR
  • 2Klinik und Poliklinik für Kinder und Jugendliche, Universitätsklinikum Leipzig AöR
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Publication History

Publication Date:
24 January 2003 (online)

Zusammenfassung

Die Anlage implantierbarer zentralvenöser Kathetersysteme in der Punktionstechnik nach Nagy ist für den geübten Operateur eine sichere Methode und hat sich im Kindesalter bewährt. Sie erlaubt eine erhöhte Mobilität und nimmt den Kindern die Angst vor schmerzvollen Blutentnahmen. Damit trägt sie entscheidend zur Verbesserung der Lebensqualität chronisch kranker Kinder bei. In einer retrospektiven Studie wurden im Zeitraum von 1995-2000 an der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie des Universitätsklinikums Leipzig AöR 140 komplett oder inkomplett implantierbare zentrale Venenkathetersysteme in standardisierter OP-Technik angelegt. Bei 11 Kindern traten Frühkomplikationen auf. Spätkomplikationen bei 51 Kindern waren Infektionen und Katheterthrombosen. Dabei stellte die Neutropenie nach Polychemotherapie eines malignen Grundleidens einen besonderen Risikofaktor dar. Bei Infektionen wurde Staphylokokkus epidermidis als häufigster Keim isoliert. Katheterassoziierte Infektionen waren durch Antibiotikatherapie nur bedingt beherrschbar. In 29 von 44 Fällen wurde die Explantation der Systeme notwendig. Das Infektionsrisiko lässt sich nur bei Einhaltung eines strengen Hygieneregimes minimieren.

Abstract

The use of implantable central venous catheters by the puncture-technique of Nagy is a safe method performed by trained surgeons. Due to the high mobility and then reduction of painful blood samples this method contributes favourably to the improvement of the quality of life of children with chronic deseases. The analysis of 140 catheters implanteted in the Department of Pediatric Surgery of the University of Leipzig between 1995 and 2000 showed 11 cases with early complications. As the most frequent late complications were infection and thrombosis in 51 children. Neutropenia is a particular risk factor during polychemotherapy of malignant tumors. Staphylococcus epidermidis was the most frequently isolated bacillus. Catheter associated infections are only partly treatable by antibiotic therapy. In 29 of 44 cases the explantation of the catheter was necessary. Only a strict hygienic regimen would minimize the risk of infection

Literatur

Dr. med. Albrecht Herold

Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie des Universitätsklinikums Leipzig AdR

Oststraße. 21-25

04317 Leipzig