Z Orthop Ihre Grenzgeb 2002; 140(5): 503-508
DOI: 10.1055/s-2002-34004
Wirbelsäule
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Die Wirkung von klassischer Homöopathie im Vergleich mit standardisierter Physiotherapie bei der Behandlung von chronischen Kreuzschmerzen

The Efficacy of homoepathy in the treatment of chronic low back pain compared to standardized physiotherapyR.  Gmünder, R.  Kissling
  • Abteilung für Physikalische Medizin und Rheumatologie, Orthopädische Universitätsklinik Balgrist, Zürich
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Publication Date:
12 September 2002 (online)

Zusammenfassung

Studienziel: Dieses Pilotprojekt soll zeigen, ob sich nach zweimonatiger Behandlung bei Patienten mit chronischen, unspezifischen Kreuzschmerzen ein unterschiedlicher Therapieerfolg nachweisen lässt für die zwei Behandlungsgruppen, Homöopathie einerseits, standardisierte Physiotherapie andererseits. Methoden: In einer kontrollierten, randomisierten, prospektiven Studie wurden 43 Patienten mit chronischen, unspezifischen Kreuzschmerzen entweder in der einen Gruppe mit Homöopathie oder in der anderen mit standardisierter Physiotherapie behandelt. Aufgrund von klinischen Untersuchungen zu Beginn der Studie und nach acht Wochen, von Angaben im Oswestry-Fragebogen und in der visuellen Analog-Skala zu Beginn, nach acht Wochen und nach durchschnittlich 18,5 Monaten nach Therapieende wurde die Wirksamkeit der Behandlung erfasst und statistisch ausgewertet. Die Akzeptanz der Therapie wurde mit einem weiteren Fragebogen erfasst. Ergebnisse: Im Gruppenvergleich vom Studienbeginn zum Studienende zeigt sich eine signifikante Abnahme des Oswestry-Scores in der Homöopathiegruppe. 18,5 Monate nach Therapieende lässt sich diese Tendenz nicht mehr nachweisen. Die Akzeptanz für die homöopathische Therapie war überwiegend hoch. Schlussfolgerungen: Die hier vorgelegten Untersuchungsergebnisse sprechen zumindest nicht gegen einen Behandlungsversuch mit Homöopathie bei chronischen, unspezifischen Kreuzschmerzen. Ob die hier beobachteten Tendenzen tatsächlich gültig sind, müsste durch weitere Studien untersucht werden mit einem größeren Kollektiv, mit Verlaufsuntersuchungen und mit einer dritten Untersuchungsgruppe, nämlich Homöopathie doppelblind.

Abstract

Aim: The aim of this pilot project was to evaluate the efficacy of treatment of chronic low back pain during two months either by homeopathy or by standardised physiotherapy. Method: 43 patients suffering from chronic low back pain were included in this controlled, randomised prospective study. They were divided in two treatment groups: homeopathy and standardised physiotherapy. Based on the initial and final clinical investigations, the Oswestry questionnaire and the visual analogue scale, that were assessed at the beginning, at the end and 18.5 months after therapy, the results were statistically evaluated. A further questionnaire documented the acceptance of treatment. Results: A comparison of the groups from the beginning to the end of treatment reveals a significant decrease of the Oswestry score in patients treated by homeopathy. This tendency could not be confirmed 18.5 months later. Homeopathy was well accepted by most of the patients. Conclusions: Based on these results, nothing can be said against attempting treatment of chronic low back pain by means of homeopathy. Further research is recommended to confirm the results of our investigation, using a larger number of patients, a third treatment group, homeopathy double blinded.

Literatur

Prof. Dr. R. Kissling

Chefarzt Rheumatologie

Orthopädische Universitätsklinik Balgrist

Forchstr. 340


8008 Zürich

Schweiz

Fax: + 01-3863509

Email: rudolf.kissling@balgrist.unizh.ch