Sportverletz Sportschaden 2001; 15(4): 87-91
DOI: 10.1055/s-2001-19048
ORIGINALARBEIT
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Anthropometrische Daten und Kraftdiagnostik von
Eishockey-Junioren-Nationalspielern

Anthropometry and muscle force measurement of German male national junior hockey playersA. Gröger1 , G. M. Oettl1 , F. Tusker2
  • 1Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Sportorthopädie TU München (Direktor: Univ.-Prof. Dr. R. Gradinger)
  • 2Lehrstuhl für Bewegungs- und Trainingslehre TU München (Direktor: Univ.-Prof. Dr. M. Grosser)
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
17. Dezember 2001 (online)

Zusammenfassung.

Im Rahmen der sportorthopädisch/traumatologischen Betreuung wurden 1996 89 Eishockey-Junioren-Nationalspieler der Mannschaften U 16 bis U 20 einer sportmedizinischen Untersuchung zugeführt. Körpergewicht, Größe, Alter und Rohrer-Index wurden mit anderen Nationalmannschaften, die an der Juniorenweltmeisterschaft 1996 teilgenommen haben, verglichen. Zusätzlich wurde eine standardisierte Kraftdiagnostik durchgeführt und die Werte für Maximalkraft, Explosivkraft und Kraftdefizit an der unteren Extremität in Bezug auf Alter und Spielposition analysiert. Das Durchschnittsalter betrug 16,8 ± 1,4 Jahre. Die Spieler hatten eine durchschnittliche Größe von 179,6 ± 6,3 cm bei einem Gewicht von 73,9 ± 8,9 kg. Der Rohrer-Index betrug 1,27 ± 0,1. Bezogen auf die Spielpositionen waren die Verteidiger insgesamt etwa gleich groß wie die Stürmer, aber im Schnitt um ca. 2 kg schwerer. Die Mittelwerte für die relative Maximalkraft der Gesamtbeinstreckung lagen bei den 15- bis 17-Jährigen höher als bei den 18/19-Jährigen. Die relativen Explosivkraftwerte waren bei den 16-Jährigen in der Gesamtbeinstreckung am besten, wobei die Stürmer hier bessere Werte aufwiesen als die Verteidiger. Die Stürmer hatten ein höheres Kraftdefizit als die Verteidiger sowohl bei Kniebeugung als auch bei Streckung. Die deutschen Spieler, als Siebtplazierte, hatten bei der Weltmeisterschaft 1996 der Junioren den niedrigsten Rohrer-Index und das niedrigste Körpergewicht aller Mannschaften, obwohl sie durchschnittlich die größten Spieler waren. Dies lässt eine durchschnittlich größere Muskelmasse und damit einen besseren Trainingszustand der Spieler anderer Nationen vermuten.

Anthropometry and muscle force measurement of German male national junior hockey players.

In 1996 89 German male national junior hockey players were examined in respect to weight, height, age and body mass of the lower extremities. The average age was 16,8 ± 1,4 years with an average height of 179,6 ± 6,3 cm and weight of 73,9 ± 8,9 kg. The Rohrer-index was 1,27 ± 0,1. In a biomechanic test set up characteristic values of strength were determined. By position, defence man were as tall as forwards but heavier. Players in the age of 15 to 17 years had a higher mean relative maximum force in leg-extension than players in the age of 18 to 19 years. Forwards had better relative explosive force in leg-extension but a higher force deficit in knee flexion and extension. At the World Championship 1995/96 in Alberta German national junior players, seventh ranked, had the lowest mean Rohrer-index and were the tallest one, but had the mean lowest weight of all teams.

Literatur

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Dr. A. Gröger

Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Sportorthopädie
TU München


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