Handchir Mikrochir plast Chir 2001; 33(1): 41-45
DOI: 10.1055/s-2001-12080
Originalarbeit

Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Ist die Minischraubenosteosynthese ein geeignetes Verfahren in der operativen Behandlung bei intraartikulären Endgliedfrakturen?

Should Intraarticular Fractures of the Distal Phalanx be Treated by Screw Fixation?U. Bartelmann, O. Müller, K. Kalb, B. Landsleitner
  • Klinik für Handchirurgie, Abteilung II (Chefarzt: Prof. Dr. B. Landsleitner), Rhön-Klinikum, Bad Neustadt/Saale
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Publication Date:
31 December 2001 (online)

Zusammenfassung

In einer retrospektiven klinischen Studie wurden die Ergebnisse nach operativer Behandlung nach intraartikulären Endgliedfrakturen zusammengestellt. Von Februar 1992 bis Dezember 1998 wurden 75 Patienten operiert, von denen 47 nach einem Intervall von im Median 41 Monaten (sechs bis 83 Monate) nachuntersucht werden konnten. Bei diesen wurde 14-mal der Lengemann-Draht in Kombination mit einer temporären Transfixation des Endgelenkes verwendet; 25-mal wurde eine Minischraubenosteosynthese und achtmal ein anderes Verfahren (Drahtnaht, Kirschner-Draht, Hakendraht, Kombination aus Minischraube und Draht) durchgeführt. Sämtliche Patienten hatten zum Untersuchungszeitpunkt entweder keine oder nur geringe Schmerzen. Es war bei allen Patienten entweder keine oder nur eine geringe Einschränkung der Gebrauchsfähigkeit vorhanden. Nur zwei Patienten aus der Gruppe der Patienten mit Minischraubenosteosynthese klagten über eine erhebliche oder starke Einschränkung der Gebrauchsfähigkeit im Alltag. Von den neun Patienten, bei denen ein Lengemann-Draht eingesetzt wurde, hatten vier kein Streckdefizit oder nur ein Defizit von 10 Grad im Endgelenk, vier ein Streckdefizit zwischen 11 und 20 Grad, einer ein Streckdefizit von 25 Grad. Bei den 25 Patienten, die mittels Minischraubenosteosynthese versorgt wurden, hatten 19 kein Streckdefizit oder nur ein Defizit bis 10 Grad, bei fünf Patienten lag ein Defizit von 11 bis 20 Grad und bei einem Patienten ein Streckdefizit von 25 Grad im Endgelenk vor. Zeichen einer Arthrose lagen immerhin bei fünf Patienten vor, die mittels Lengemann-Draht behandelt worden waren. Nur zwei Patienten aus der Gruppe mit Minischraubenosteosynthese wiesen Zeichen der Arthrose auf. Mit der Minischraubenosteosynthese steht heute eine elegante Methode zur Behandlung der intraartikulären Endgliedfraktur zur Verfügung, die zwar technisch anspruchsvoll ist, jedoch die Möglichkeit einer exakten Wiederherstellung der Gelenkfläche bietet. Die Ergebnisse sind überwiegend gut. Ein nicht zu übersehender Vorteil gegenüber konkurrierenden Verfahren ist das Entfallen der Entfernung des Osteosynthesematerials.

Summary

In a retrospective clinical study, the results of operative treatment of intraarticular fractures of the distal phalanx were studied. From February 1992 to December 1998, 75 patients were treated operatively, 47 were examined. 14 patients were treated with Lengemann wire and temporary transfixation of the DIP joint, 25 patients were treated with screw fixation and in eight patients another procedure (wire suture, Kirschner wire, “Hakendraht”, combination of screw and wire) was used. All patients had little or no pain. All patients had no or only little limitation in activities of daily living. Two patients after screw fixation had serious limitations. Four patients after Lengemann wire fixation had an extension lag in the DIP joint of up to 10 degrees, four patients between 11 and 20 degrees and one patient 25 degrees. 19 patients after screw fixation had an extension lag of the DIP joint of up to 10 degrees, five patients between 11 and 20 degrees and one patient of 25 degrees. Arthrosis of the DIP joint was seen in five patients after Lengemann wire fixation and in two patients after screw fixation. Screw fixation in the treatment of intraarticular fractures of the distal phalanx is a good, but demanding procedure with the potential for exact reconstruction of the joint surface, since implant removal is not necessary.

Literatur

Dr. med. Ulrich Bartelmann

Klinik für Handchirurgie, Abteilung II
Rhön-Klinikum

Salzburger Leite 1

97616 Bad Neustadt/Saale

Email: kfh2.bartelmann@handchirurgie.de