Handchir Mikrochir plast Chir 2001; 33(1): 26-34
DOI: 10.1055/s-2001-12075
Originalarbeit

Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Eine neue Klassifizierung für die Standardisierung der Nomenklatur beim Wundverschluss durch mikrovaskuläre Lappenplastiken[*]

A New Classification for Microvascular Tissue Transplantation Based upon the Timing of SurgeryM. Ninkovic1 , C. Rainer1 , A. H. Schwabegger1 , T. Klestil2 , Marina Ninkovic3
  • 1 Universitätsklinik für Plastische und Wiederherstellungschirurgie, Ludwig Boltzmann-Institut für Qualitätssicherung in der Plastischen und Wiederherstellungschirurgie, Innsbruck (Vorstand: Univ.-Prof. Dr. Hildegunde Piza)
  • 2 Universitätsklinik für Unfallchirurgie, Innsbruck (Suppl. Vorstand: Univ.-Prof. Dr. K. Benedetto)
  • 3 Universitätsklinik für Chirurgie, Abteilung für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Innsbruck (Vorstand: Univ.-Prof. Dr. R. Margreiter)
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Publication History

Publication Date:
31 December 2001 (online)

Zusammenfassung

Zur Zeit gibt es eine Fülle von Ausdrücken, um den Wundverschluss durch mikrovaskuläre Lappenplastiken abhängig von dem Zeitpunkt der Rekonstruktion zu beschreiben. Um die funktionellen Ergebnisse zwischen einzelnen Institutionen vergleichen zu können, ist eine standardisierte Nomenklatur unerlässlich. Im Hinblick auf eine Gesamterfahrung von 197 mikrovaskulären Gewebeverpflanzungen wurde eine Nomenklatur formuliert, die auf Wundversorgung durch mikrovaskuläre Lappen im Allgemeinen angewandt werden kann. Die präsentierte Nomenklatur gliedert sich in drei Kategorien: „primäre mikrovaskuläre Lappenplastik“ (innerhalb von 24 Stunden), „aufgeschoben primäre mikrovaskuläre Lappenplastik“ (zwei bis sieben Tage) und „sekundäre mikrovaskuläre Lappenplastik“ (nach sieben Tagen). Dieses System ist analog zu den gängigen Ausdrücken „primäre“, „aufgeschoben primäre“ und „sekundäre Wundversorgung“ aufgebaut. Die Einteilung stimmt mit den biologischen, mikrobiologischen und chirurgischen Prinzipien der Wundbehandlung überein und soll als einfache Basis für die Klassifizierung des Wundverschlusses durch mikrovaskuläre Lappenplastiken dienen. Anschauliche Fallbeispiele werden präsentiert.

Summary

The profusion of terms currently used to describe microvascular flap wound closure according to the time of reconstruction makes reliable comparisons of outcomes between institutions difficult if not impossible. To address the issue, a consistent terminology applicable to microvascular flap wound closure in general was formulated with respect to our experience with a total of 197 microvascular tissue transplantations. The nomenclature presented divides microvascular flap closure into three categories: „primary microvascular flap closure“ (within 24 hours), „delayed primary microvascular flap closure“ (two to seven days), and „secondary microvascular flap closure“ (after seven days). This is consistent with known biological, microbiological, and surgical principles of wound closure in general and should provide a simple basis for classifying microvascular flap wound closure. Sample cases are selected to illustrate the categories within this new classification scheme.

1 Nach einem Vortrag auf dem 39. Symposium der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Handchirurgie vom 14. bis 17. Oktober 1998 in Innsbruck.

Literatur

1 Nach einem Vortrag auf dem 39. Symposium der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Handchirurgie vom 14. bis 17. Oktober 1998 in Innsbruck.

2 * Diese Kategorie wurde vollständigkeitshalber angeführt, siehe Diskussion.

Dr. med. Univ.-Prof. Milomir Ninkovic

Universitäts-Klinik für Plastische und Wiederherstellungschirurgie

Anichstraße 35

6020 Innsbruck

Österreich

Email: Milomir.Ninkovic@uibk.ac.at