Akt Traumatol 2001; 31(1): 22-26
DOI: 10.1055/s-2001-11486
TRAUMATOLOGISCHE SPEZIALDISZIPLIN
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Aktueller Stand der Behandlung penetrierender Thoraxverletzungen

A. Tiemann, D. Schreiter, Ch. Schmidt, Ch. Josten
  • Klinik und Poliklinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie der Universität Leipzig (Direktor: Prof. Dr. med. Ch. Josten)
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Publication Date:
31 December 2001 (online)

Zusammenfassung

Penetrierende Thoraxläsionen sind in Europa im Vergleich zu den angloamerikanischen Ländern selten. Hervorgerufen werden sie durch Stich- oder Schussverletzungen. Sämtliche intrathorakal gelegenen anatomischen Strukturen können in Mitleidenschaft gezogen werden. Am häufigsten treten Pneumo- und Hämatothorax sowie Lungenparenchymverletzungen auf. Anhand des eigenen Krankengutes innerhalb eines Zeitraums von 3 Monaten wird die Behandlungsstrategie derartiger Verletzungen aufgezeigt. Die prioritätsorientierte Therapie derartiger Verletzungen dient der Stabilisierung der Vitalfunktionen sowie der Drainage intrathorakaler Luft- oder Blutansammlung. Bleibt das sich bei der Drainage initial entleerende Blutvolumen unter 1000 - 2000 ml oder unter 500 ml/h, ist eine alleinige Drainage ausreichend. Die Thorakotomie ist nur bei ausgedehnten Organverletzungen oder nicht stillbarem großen Blutverlust notwendig. Eine Sonderstellung nehmen penetrierende Thoraxverletzungen mit Beteiligung des Abdomens ein. Neben den seitens der eigentlichen Thoraxläsion bekannten Komplikationen können hier zusätzlich diejenigen des akuten Abdomens auftreten und eine Laparotomie notwendig werden lassen.

How to Treat Penetrating Chest Injuries

Compared to the angloamerican countries in Germany penetrating chest injuries are rare. Mostly they are caused by gun shots or stabs which may involve all intrathoratic anatomic structures. Mostly pneumothorax, hematothorax and lung-parenchym lesions occur. Based on our own clientele strategies of treatment of such lesions are discussed. Next to stabilisation of vital parameters drainage of intrathoratic blood- and air accumulations is most important. If the initially drained blood volume stays below 1000 - 2000 ml or less than 500 ml/h, no further therapy but drainage ist needed. In case of extended organ damage thoracotomy is requested. If penetrating chest injuries occur in combination with intaabdominal lesions, additionally to the treatment of the chest laparotomy may be needed.

Literatur

Dr. med. Andreas  Tiemann

Klinik für Unfall- und WiederherstellungschirurgieUniversität Leipzig

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