Aktuelle Dermatologie 2001; 27(1): 18-20
DOI: 10.1055/s-2001-10733
ORIGINALARBEIT
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Shave-Exzision mit herkömmlichen Rasierklingen

T. Gambichler, S. Neuß, P. Altmeyer, K. Hoffmann
  • Klinik für Dermatologie und Allergologie der Ruhr-Universität Bochum (Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. P. Altmeyer)
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Publication Date:
31 December 2001 (online)

Zusammenfassung

Neben der spindelförmigen Exzision wird mit dem Skalpell häufig auch die tangentiale Exzision (Shave-Exzision) bei der Entfernung verschiedener Hauttumoren durchgeführt. Der Einsatz von herkömmlichen Rasierklingen bei der Shave-Exzision ist in Deutschland kaum verbreitet. Es können dafür handelsübliche, zweischneidige Rasierklingen eingesetzt werden, die extrem scharf sind und nach Sterilisation mehrmals verwendet werden können. Der Preis für eine Klinge liegt bei etwa 0,70 DM. Aufgrund der Flexibilität der Klinge lassen sich für Entfernung von oberflächlichen oder eher tiefer gelegenen Läsionen unterschiedlich konvexe Schnittflächen formen, was bei einer tangentialen Exzision von sehr großem Vorteil ist. Neben der oberflächlichen Abtragung von kosmetisch störenden Hautläsionen, wie z. B. seborrhoischen Keratosen und papillomatösen Nävi, eignet sich die Methode insbesondere für die Entfernung und histologische Untersuchung von makulären melanozytären Nävi, da man im Gegensatz zu einem starren Skalpell mit einer konvex gebogenen Rasierklinge auch tiefere, tangentiale Exzisionen leicht ausführen kann. Einerseits ist die histologische Auswertbarkeit von Exzisaten nach spindelförmigen Skalpell-Exzisionen und tiefen Shave-Exzisionen vergleichbar gut, andererseits sind die kosmetischen Ergebnisse nach Shave-Exzisionen in der Regel besser. Demnach ist die Shave-Exzision mit Rasierklingen eine kosmetisch günstige, kosteneffektive Methode insbesondere für Patienten, bei denen häufiger Hauttumoren (z. B. multiple Nävi) entfernt werden müssen.

Shave Excision with Common Razor Blades

Tangential excision (shave excision) is frequently performed with a scalpel for the removal of various skin tumors. In Germany, shave excision with common razor blades is not commonly employed. Double-edged razor blades are readily available and extremely sharp. The price for one blade is about 0,70 DM; they can be re-used several times after sterilisation. Due to the flexibility of the blade, different convex cutting edges can be formed for the removal of superficial or deeper lesions. This is of great advantage for a tangential excision. The razor blade surgery is indicated for cosmetic excision of various lesions i. e. seborrhoic keratoses and papular nevi. Moreover, the technique is especially suitable for the removal and histologic examination of macular melanocytic nevi. In contrast to a inflexible scalpel, a convexly bowed razor blade allows deeper tangential excision. On one hand, the certainty of histologic diagnosis is comparable for elliptical excision and shave excision; on the other hand, better cosmetic results are usually obtained after shave excision. Thus, shave excision with razor blades is a cosmetically favorable, cost-effective method especially for patients who frequently undergo removal of skin tumors, i. e. multiple nevi.

Literatur

Dr. med. Thilo Gambichler

Klinik für Dermatologie und AllergologieRuhr-Universität Bochum

Gudrunstraße 5644 791 Bochum

Email: T.Gambichler@derma.de