Klin Padiatr 2000; 212(4): 189-195
DOI: 10.1055/s-2000-9676
SOLIDE TUMOREN

Georg Thieme Verlag Stuttgart ·New York

Boswellic acids in the palliative therapy of children with progressive or relapsed brain tumors

Boswelliasäuren in der palliativen Therapie bei Kindern mit progredienten oder rezidivierenden Hirntumoren:G.  Janßen1 , U.  Bode2 , H.  Breu3 , B.  Dohrn4 , V.  Engelbrecht5 , U.  Göbel1
  • 1Medizinische Einrichtungen der Universität Düsseldorf, Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie
  • 2Zentrum für Kinderheilkunde der Universität Bonn, Abt. für Hämatologie/Onkologie
  • 3Städt. Kliniken Dortmund, Kinderklinik
  • 4Städtische Kliniken Wuppertal
  • 5Medizinische Einrichtungen der Universität Düsseldorf, Institut für diagnostische Radiologie
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Publication Date:
31 December 2000 (online)

Abstract:

19 children and adolescents with intracranial tumors received a palliative therapy with H 15® at a maximum dose of 126 mg/kg BW/day. All patients had previously been treated with conventional therapy. No side effects were observed during a median 9 months application. The recently reported antiedematous effect of H 15® was documented by MRI in one patient with a peritumoral edema, thus sparing steroid therapy with its typical side effects. Five/19 children reported an improvement of their general health status; this might be a psychological effect of hope for tumor response during palliative care. Three/17 patients with malignant tumors showed a mainly transient improvement of neurological symptoms such as pareses and ataxia. Three further patients showed an increased muscular strength and one cachectic patient achieved a weight gain. These improvements might be attributed to the antiedematous effect of H 15®. Because of the palliative situation of these patients, H 15® application was performed without prior rebiopsy for histological evaluation. Overlapping effects with a previous radiotherapy or chemotherapy may have occurred. An antiproliferative effect cannot be stated. To prevent an uncritical use of H 15®, further studies with prospective central documentation have to be initiated to evaluate the clinical indications for H 15® in palliative therapy, optimal dosage and duration of application.

19 Kinder und Jugendliche mit intrakraniellen Tumoren erhielten in der Palliativsituation nach vorheriger konventioneller Therapie Boswellia-Säuren (H 15®) in einer Dosierung bis 126 mg/kg KG/d. Nebenwirkungen wurden bei einer mittleren Behandlungsdauer von 9 Monaten nicht festgestellt. Der bereits diskutierte antiödematöse Effekt konnte bei einem Patienten mit peritumoralem Ödem in unserer Gruppe kernspintomographisch belegt werden, ohne dass die typischen Steroidnebenwirkungen zu verzeichnen waren. 5/19 Kinder gaben eine Verbesserung des subjektiven Befindens an, was aber auch als psychologischer Effekt der Hoffnung auf ein Ansprechen in der palliativen Therapie interpretiert werden kann. 3/17 Patienten mit malignen Tumoren zeigten meist vorübergehend objektivierbare Veränderungen der neurologischen Symptome, wie z. B. Rückbildung von Paresen. 3/17 Patienten zeigten eine Steigerung der Muskelkraft und bei einer kachektischen Patientin wurde eine Gewichtszunahme verzeichnet. Diese transienten Verbesserungen können Folge eines antiödematösen Effektes von H 15® sein. Eine antiproliferative Wirkung von H 15® kann nicht bestätigt werden, da in der palliativen Situation dieser Patienten auf eine erneute histologische Sicherung des Tumors verzichtet wurde. Auch ein überlappender Effekt der vorher verabfolgten Chemotherapie bzw. Bestrahlung muss berücksichtigt werden. Anstelle eines unkritischen Einsatzes ist die prospektive Erfassung von Patienten mit rezidivierten oder progredienten Hirntumoren und die zentrale Dokumentation zu empfehlen, um die Indikation für H 15® auch im Hinblick auf Dosierung und Applikationsdauer zweifelsfrei zu prüfen.

References

Dr. Gisela Janßen

Heinrich-Heine-Universität Klinik für PädiatrischeHämatologie und Onkologie

Moorenstr. 5

40225 Düsseldorf

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