Rofo 2000; 172(10): 817-823
DOI: 10.1055/s-2000-7894
MAMMA

© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Die radiäre Narbe in der KM-gestützten MR-Mammo- graphie

F. Baum, U. Fischer, L. Füzesi, S. Obenauer, R. Vosshenrich, E. Grabbe
  • Abt. Röntgendiagnostik I, Georg-August-Universität Göttingen
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Publication Date:
31 December 2000 (online)

Zusammenfassung.

Einleitung: In einer retrospektiven Untersuchung wurden die Ergebnisse der KM-gestützten MR-Mammographie bei Patienten mit einem Verdacht auf eine radiäre Narbe evaluiert. Material und Methode: Bei 24 Frauen mit sternförmiger Verdichtungsstruktur und zentraler Aufhellung im Mammogramm wurde präoperativ eine KM-gestützte MR-Mammographie angefertigt. Diese Untersuchungen erfolgten an einem 1,5-T-System unter Verwendung einer bilateralen Oberflächenspule (2D-Technik, T1-gew. FLASH-Sequenzen, TR 336 ms, TE 5 ms, FA 90 °). Die Ergebnisse der Mammographie und der MR-Mammographie wurden mit den Resultaten der histologischen Untersuchung verglichen. Ergebnisse: Die histologische Aufarbeitung ergab 15 radiäre Narben (davon 4 mit zusätzlicher atypischer duktaler Hyperplasie) und 9 Karzinome (davon 6 in Koinzidenz mit einer radiären Narbe) in einer Größenordnung von 3 - 13 mm. 12 der 15 radiären Narben zeigten in der MRT keine Kriterien der Malignität. Sechs der Karzinome erwiesen sich in der MR-Mammographie als malignomtypisch. Es fanden sich drei Borderline-Fälle (Score von drei Punkten), die histologisch einer radiären Narbe und zwei Karzinomen entsprachen. Zudem ergaben sich zwei falsch-positive Auswertungen und eine falsch-negative Einschätzung in der MR-Mammographie. Schlussfolgerungen: Mit bildgebenden Verfahren sind eine eindeutige diagnostische Aussage sowie eine Differenzierung zwischen einer radiären Narbe und einem malignen Tumor nicht zuverlässig möglich. Die KM-gestützte MR-Mammographie ist diesbezüglich anderen diagnostischen Verfahren zwar überlegen, erlaubt jedoch ebenfalls keine sichere Unterscheidung dieser Entitäten. Bei entsprechendem Verdacht ist daher weiterhin eine großzügige operative Revision der radiären Narbe mitsamt ihrer Ausläufer unumgänglich.

The Radial Scar in Contrast-Enhanced MR Mammography.

Introduction: In patients with the mammographic findings of a radial scar, contrast enhanced (CE) MR mammography was evaluated in a retrospective study. Material and methods: In 24 women with radial opacities and black star configurations, CE MR mammography was performed. Examinations were done on a 1.5 T system using bilateral superficial coil (2D technique, T1-weighted FLASH-sequence, TR 336 ms, TE 5 ms, FA 90°). Findings in mammography and MR mammography were compared with the histological results. Results: 15 radial scars (including 4 with additional ADH) and 9 carcinomas (6 in coexistence with a radial scar) presenting with a diameter of 3 mm to 13 mm were evaluated. There was no evidence of malignancy in MRI in 12 of 15 radial scars. In MR mammography 6 of the carcinomas fulfilled the criteria for malignant tumors. There were 3 borderline cases (scored 3 points) corresponding histologically to 1 radial scar, and to 2 carcinomas. Within the results found in MRI there were 2 false positives and 1 false negative. Conclusion: CE MR mammography is superior to other imaging modalities in the differentiation between radial scars and carcinomas. However, lesions suggestive of radial scars have to be removed surgically.

Literatur

F. Baum

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