Die vorliegende Arbeit vergleicht psychologische Störungsmerkmale
von Patienten mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes mellitus mit und ohne psychogene
Eßstörung. In einer Stichprobe von 663 Patienten mit Diabetes mellitus
(Typ-1: n = 341, Typ-2: n = 322) wurden neben
eßstörungsspezifischen Variablen die Selbst- und Körperakzeptanz,
Depressivität und globale psychische Belastung von eßgestörten
und nicht-eßgestörten Diabetikern verglichen und mögliche
Zusammenhänge mit der Stoffwechseleinstellung untersucht. Typ-2-Diabetiker
zeigten dabei auf allen Ebenen eine stärkere Ausprägung psychologischer
Störungsmerkmale als Typ-1-Diabetiker. Eßgestörte Diabetiker
und Diabetiker, die zum Zwecke einer Gewichts-abnahme bewußt ihr Insulin
reduzierten (Insulin-Purging), zeigten gegenüber nicht-eßgestörten
Patienten mit Diabetes mellitus in allen untersuchten Variablen unabhängig
vom Diabetes-typ einen größeren Störungsgrad. Mit Ausnahme
der Variablen Körper- und Figurzufriedenheit bei Typ-1- und der Selbstakzeptanz
bei Typ-2-Diabetikern ließ sich kein spezifischer Zusammenhang mit der
Stoffwechselkontrolle aufzeigen.
Diabetes mellitus - Eating disorders - Comorbidity - Binge eating disorder