Geburtshilfe Frauenheilkd 1999; 59(1): 5-11
DOI: 10.1055/s-1999-14153
Originalarbeit

Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Evaluation und kritischer Erfahrungsbericht eines onkologischen Dokumentationsprogrammes in der Gynäkologie - OnkDat 2.0 unter Windows

Evaluation and Review of a German Data Programme in Gynaecological Oncology - OnkDat 2.0 for WindowsM. Kupka, O. Richter, D. Krebs
  • Universitätsfrauenklinik Bonn
Further Information

Publication History

Publication Date:
31 December 1999 (online)

Zusammenfassung

Fragestellung: Ziel der vorliegenden Untersuchungwar die Prüfung eines onkologischen Datenerfassungsprogrammes im klinischen Alltag.

Material und Methode: Zunächst als Einzelplatzversion, später im Netzbetrieb wurden Benutzerfreundlichkeit,Bedienungskomfort und Funktionalität der Auswert-Routinen über einenZeitraum von 18 Monaten analysiert. Dabei wurden die mit der Dateneingabe betrauten Mitarbeiter befragt und die Beobachtungen gewichtet. Für die Phase der Evaluation wurde bewußt nur die Dateneingabe im stationären Bereich durchgeführt. Das Programm liefert auch für den Praxis- bzw.Ambulanzbetrieb zahlreiche features, die in kaum einem kommerziellen deutschsprachigen Produkt ähnlich zu finden sind.

Ergebnisse: Obwohl eine einheitliche Struktur im Bereich der gynäkologischen onkologischen Datenerfassung noch nicht vorliegt und zentrale Melderegister mit sehr unterschiedlichen Konzepten Datenerhebung betreiben, liefert OnkDat einen Berichtsumfang, der ein ausgewogenes Maß an Relevanz und frei definierbarer Zusatzinformation darstellt. Gute Compliance der Mitarbeiter und Effizienz der Dateneingabe sind besonders mit zwei Programmpunkten verbunden: leichte Erstellung und Ausdruck von Entlassungsbriefen und Epikrisen/umfangreiche Auswertroutine zur Erstellung von speziellen Patientenkollektiven und Überlebenskurven. ICD- und IKPM-Kataloge sind hinterlegt und frei editierbar, so daß hausinterne Formulierungen integrierbar werden. Das Programm bietet ausreichend Möglichkeit, Freitext einzugeben.Sowohl bei den apparativ-diagnostischen Befunden als auch bei den weiterführenden Maßnahmen, Empfehlungen, Nebendiagnosen und Zwischenanamnesen ist eine Eingabe von mindestens einer Zeile möglich. Die Auswahlfelder zur histologischen Diagnose sind ebenfalls frei editierbar. Sicherheitsmängel gibt es durch das Fehlen eines Kennwortschutzes mit Staffelung der Nutzungsrechte. Das Löschen von kompletten Patienten-Datensätzen ist leicht möglich. Eine Auflistung aktueller deutschsprachiger Internet-Seiten soll die Auseinandersetzung mit der Thematik erleichtern und das erklärte Ziel der konzertierten Aktion im Bereich Richt- und Leitlinien unterstreichen.

Schlußfolgerung: Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen ist OnkDat 2.0 ein nützliches Softwareprodukt, das sich den ständigen Veränderungen im Bereich Leistungserfassung und Qualitätssicherung in der gynäkologischen Onkologie anpassen muß.

Abstract

Purpose: The purpose of the following surveywas to review an oncology-data programme in clinical practice.

Material and Methods: First used on a single terminal only,the programme was then used within the network for an overall period of 18 months to judge practicability, user comfort and functionability in routine performance. The involved colleagues of the clinic were asked about their experiences with the programme and their opinions were compared and balanced out.

Results: For the period of evaluation only the data of inpatients were collected even though this data-programme provides many features for outpatient data - not seen in equivalent quality in other German language programmes. Although there is no congruent structure of data collection within gynaecological oncology and central data bases are working with different concepts, OnkDat provides a multitude of facts that are highly relevant while leaving enough room for optional information. Good compliance by the involved doctors and efficancy of data collection are especially due to two features of the programme -easy output of discharge letters and epicrises an deasy output of survival rates. Catalogues for classification of diagnosis and treatment are available and can be produced using the clinic's specific. Results of diagnostic procedures and treatment procedures as well as additional diagnoses can be added with at least one line of freely edited comment. The histological results can also be added individually. There is a lack of security with the programme as there is no password-controlled log-in procedure with different authorisations for each user. Deletion of complete patient datais easy. A list of latest Internet pages in German is provided for easy contact with the topic and of underline the aim of the action in the German health system in respect of guidelines in oncology.

Conclusion: Under present circumstances OnkDat 2.0 is a useful software to flexibly adaptable to ongoing changes concerning data collection in medical service and to preserve high-quality standard in gynaecologic oncology.

    >