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DOI: 10.1055/s-0045-1811680
Erfolgreiche Behandlung eines Pyothorax verursacht durch eine Dirofilariose bei einem Hund
Authors
Hintergrund Die Dirofilariose gewinnt in Europa aufgrund des zunehmenden Hundeimports an Bedeutung [1]. Adultstadien von Dirofilaria immitis besiedeln den Pulmonalarterienstamm und rechtsventrikulären Ausflusstrakt, was zu pulmonaler Hypertension, Leistungsintoleranz und Atembeschwerden führen kann. Dies ist der erste tierärztliche Fallbericht eines Pyothorax in Folge einer Infektion mit Dirofilaria immitis und dessen erfolgreicher Behandlung.
Fallvorstellung Eine aus Ungarn stammende, 5-jährige kastrierte Cavalier-King-Charles-Spaniel-Hündin wurde mit Leistungsintoleranz vorgestellt. Echokardiographisch zeigte sich eine mittelgradige pulmonale Hypertension mit Doppellamellen in der Pulmonalarterie. Das Blut-Antigen war positiv für Dirofilaria immitis. Eine Melarsomin-Injektion wurde (2,5 mg/kg in die Lendenmuskulatur) [2] durchgeführt. Additiv wurden Prednisolon (0,5 mg/kg PO q12h), Pimobendan (0,23 mg/kg PO q12h) und Enoxaparin (1 mg/kg SQ q8h) verabreicht.
Zwei Wochen später wurde die Hündin mit Tachypnoe vorstellig. Röntgenbilder des Thorax zeigten einen moderaten Thoraxerguss, eine gemischte fleckige Lungenzeichnung, in der Ergussanalyse wurde ein purrulentes Exsudat diagnostiziert. Die Computertomographie zeigte eine Bronchopneumopathie, eine Konsolidierung des linken kranialen Lungenlappens und Thrombosen in den Lungenarterien. Eine partielle Lobektomie des linken kranialen Lungenlappens wurde durchgeführt. Intraoperativ wurde ein toter adulter Herzwurm im Thoraxerguss gefunden. Die histopathologische Untersuchung ergab eine hämorrhagisch-nekrotisierende Pneumonie mit Wurmfragmenten. Die PCR bestätige Dirofilaria immitis.
Postoperativ wurde die Hündin intensivmedizinisch betreut. Aufgrund einer Anämie erhielt sie eine Blut- und Plasmatransfusion. Wegen schwerer Entzündungsreaktion erhielt sie intravenös Amoxicillin-Clavulansäure (20 mg/kg q8h) und Marbofloxacin (2 mg/kg q12h). Thoraxspülungen wurden täglich über 6 Tage durchgeführt. Die Hündin erhielt antithrombotische Therapie ab Tag 2 nach Operation (Enoxaparin 1 mg/kg SQ q8h) und aufgrund der persistierenden pulmonalen Hypertension ab Tag 5 Sildenafil (1,2 mg/kg PO q8h). Nach 10 Tagen wurde sie bei gutem Allgemeinbefinden entlassen. Nachuntersuchungen zeigten eine klinische Besserung und Regression der Entzündungsmarker. Die makrofilarizide Therapie mit Melarsomin konnte erfolgreich fortgesetzt werden. 3 Monate später ist die Hündin beschwerdefrei.
Neue Informationen Komplikationen einer Dirofilariose sind selten beschrieben. Bislang wurde nur ein Fallbericht über einen Pneumothorax im Zusammenhang mit Dirofilariose veröffentlicht [3].
Publication History
Article published online:
15 October 2025
© 2025. Thieme. All rights reserved.
Georg Thieme Verlag KG
Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany
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Literatur
- 1 Genchi C, Guerrero J, Mccall JW. et al. Epidemiology and prevention of Dirofilaria infections in dogs and cats.
- 2 Anon. American Heartworm Society Canine Guidelines for the Prevention, Diagnosis, and Management of Heartworm (Dirofilaria immitis) Infection in Dogs 2024
- 3 Oliveira C, Rademacher N, David A. et al. Spontaneous pneumothorax in a dog secondary to Dirofilaria immitis infection.; 2010
