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DOI: 10.1055/s-0045-1811676
Einflussfaktoren auf das Gastrointestinale Syndrom bei Kaninchen nach einer Anästhesie – wonach sollten wir schauen? Eine Pilotstudie
Autor*innen
Im ersten Teil dieser Pilotstudie wurde eine Inzidenz des Rabbit Gastrointestinal Syndroms (RGIS) nach einer Anästhesie von 55% beschrieben.
Im zweiten Teil sollen mögliche Ursachen im perianästhetischen Zeitraum bis zu 7 Tage nach Sedation/Anästhesie erfasst werden.
Methode Prospektive Pilotstudie an der Vetmeduni Vienna zwischen März 2024 und Januar 2025.
Verwendet wurden Protokolle der Anästhesie und Aufwachphase sowie Auskünfte der Tierhalter*innen über Wohlbefinden, Fütterung, Kotabsatz und Haltung bei einem strukturierten Telefoninterview 7 Tage nach der Anästhesie von 19 Kaninchen mit 20 Sedationen/Anästhesien. Die Bristol Rabbit Pain Scale wurde durch die Tierhalter*innen retrospektiv für den Tag vor der Narkose und prospektiv für Tag 1, 3, 5, 7 nach Narkose ausgefüllt sowie am Tag der Narkose durch Klinikpersonal.
Eine Ethikmeldung war laut der zuständigen Behörde nicht notwendig.
Die statistische Auswertung erfolgte über Häufigkeitsanalysen in Excel. Der Zusammenhang zwischen RGIS und Risikofaktoren wurde über Kontingenztabellen, Chi2-Tests und Kontingenzkoeffizienten ermittelt. Als statistisch signifikant galt p≤ 0,05.
Ergebnisse Anästhetika oder anästhesiebedingte Komplikationen konnten nicht als Ursachen für RGIS isoliert werden. Statistische Signifikanzen konnten für keinen untersuchten Parameter gezeigt werden. Dennoch zeigten sich klinisch relevante Unterschiede. Kaninchen mit RGIS hatten höhere relative Schmerz-Scores (0,49± 0,28) als mild (0,26± 0,19) oder nicht betroffene Kaninchen (0,08). Zusätzlich zeigte sich ein Zusammenhang mit der Haltung: Kaninchen, die nach der Anästhesie mit einem Partnertier zusammenlebten, entwickelten seltener ein RGIS (41,7%) als vorübergehend separierte oder einzeln gehaltene Kaninchen (75%).
Schlussfolgerung Untersuchungen mit einer größeren Studienpopulation sollten sich insbesondere auf Schmerztherapie und Haltungsbedingungen fokussieren, um die Inzidenz von RGIS zu reduzieren.
Publikationsverlauf
Artikel online veröffentlicht:
15. Oktober 2025
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