Z Gastroenterol 2025; 63(05): e332
DOI: 10.1055/s-0045-1809220
Abstracts
3. Hepatologie

Inter-Assay-/Inter-Labor-Vergleich des von-Willebrand-Faktor-Antigens als diagnostischer und prognostischer Biomarker bei chronisch fortgeschrittener Lebererkrankung

L Balcar
1   Medizinische Universität Wien, Wien, Austria
,
A Zanetto
2   University of Padua, Padua, Italy
,
L Alberio
3   University of Lausanne, Lausanne, Switzerland
,
J Adelmeijer
4   University Medical Center Groningen, Groningen, Netherlands
,
B Simbrunner
1   Medizinische Universität Wien, Wien, Austria
,
C Bulato
2   University of Padua, Padua, Italy
,
E Matthey
3   University of Lausanne, Lausanne, Switzerland
,
M Zermatten
3   University of Lausanne, Lausanne, Switzerland
,
K Zinober
1   Medizinische Universität Wien, Wien, Austria
,
G Semmler
1   Medizinische Universität Wien, Wien, Austria
,
B Scheiner
1   Medizinische Universität Wien, Wien, Austria
,
M Trauner
1   Medizinische Universität Wien, Wien, Austria
,
T Reiberger
1   Medizinische Universität Wien, Wien, Austria
,
P Simioni
2   University of Padua, Padua, Italy
,
F J Gomez
3   University of Lausanne, Lausanne, Switzerland
,
T Lisman
4   University Medical Center Groningen, Groningen, Netherlands
,
M Mandorfer
1   Medizinische Universität Wien, Wien, Austria
› Institutsangaben
 

Einleitung Das von-Willebrand-Faktor-Antigen (VWF:Ag) ist ein kostengünstiger Labortest, der aufgrund seiner Rolle bei der Diagnose der von-Willebrand-Krankheit weit verbreitet ist. Darüberhinaus ist VWF:Ag der vielversprechendste blutbasierte nicht-invasive Test zur Vorhersage einer klinisch signifikanten portalen Hypertonie (CSPH) bei kompensierter chronisch fortgeschrittener Lebererkrankung (cACLD) und ein prognostischer Biomarker. Die überwiegende Mehrheit der veröffentlichten Ergebnisse basiert jedoch auf dem Stago VWF:Ag-Assay. Um eine breite klinische Anwendung zu ermöglichen, führten wir eine vergleichende Studie mit den anderen häufig verwendeten Assays (Werfen/Siemens) durch.

Material und Methodik Zitratplasmaproben von 353 Patient:innen mit ACLD wurden einbezogen, die sich an der medizinischen Universität Wien einer Messung des Lebervenendruckgradienten unterzogen. Die tiefgefrorenen Proben wurden an Zentren mit Expertise in Hämostase-/Gerinnungstests weitergeleitet, die verschiedene VWF:Ag-Assays anwenden (Stago/Groningen, Werfen/Padua, Siemens/Lausanne). Die jeweiligen Assays wurden verglichen und hinsichtlich ihres diagnostischen (CSPH) und prognostischen Nutzens bei cACLD (mit dem Endpunkt der Erstdekompensation) bewertet.

Ergebnisse Insgesamt konnten 353 Patient:innen mit überwiegend steatotischer Lebererkrankung (55%) untersucht werden. Die medianen VWF:Ag-/VITRO-Werte waren: Stago 282(IQR: 195-358)%/2.75, Werfen 256(IQR: 193-325)%/2.48 und Siemens 215(IQR: 148-298)%/2.2. Sowohl der Assay von Stago und Werfen (Intraklassen-Korrelation [ICC] 0.911; Pearson's r 0.914) als auch Siemens (ICC 0.921; Pearson's r 0.922) zeigten eine nahezu perfekte Korrelation. Während der mittlere Unterschied zwischen Stago und Werfen gering war (12.1 [IQR: 5.7-18.5]), ergab sich beim Vergleich von Stago mit Siemens ein erheblicher Unterschied in den Absolutwerten (49.6 [IQR: 43.9-55.3]). Bei 121 kompensierten Patient:innen lag die Prävalenz von CSPH bei 72.7%. Während alle Assays vergleichbare AUCs ergaben, hatte der Stago VWF:Ag-Assay die höchste Trennschärfe für CSPH (0.737; Werfen: 0.719; Siemens: 0.689). Bei der Anwendung von VWF:Ag zur Berechnung des VITRO-Scores waren alle AUCs>0.8 (Stago: 0.836; Werfen: 0.849; Siemens: 0.817).

Zusammenfassung Der VWF:Ag- und der VITRO-Score zeigten in dieser Vergleichsstudie zwischen den Assays und Laboren eine robuste diagnostische und prognostische Leistung. Die Stago- und Werfen-Assays können unter Anwendung etablierter Cut-offs austauschbar verwendet werden.



Publikationsverlauf

Artikel online veröffentlicht:
13. Mai 2025

© 2025. Thieme. All rights reserved.

Georg Thieme Verlag KG
Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany