Z Gastroenterol 2025; 63(05): e329-e330
DOI: 10.1055/s-0045-1809214
Abstracts
3. Hepatologie

Assoziation von Metabolisch-assoziierter steatotischer Lebererkrankung (MASLD) und Alkohol-assoziierter Lebererkrankung (ALD) mit Atherosklerose: Eine Querschnittsanalyse

J Bauer
1   Uniklinikum Salzburg, Innere Medizin I, Salzburg, Austria
,
S Gensluckner
1   Uniklinikum Salzburg, Innere Medizin I, Salzburg, Austria
,
J Eberhardt
1   Uniklinikum Salzburg, Innere Medizin I, Salzburg, Austria
,
A Akhgar
1   Uniklinikum Salzburg, Innere Medizin I, Salzburg, Austria
,
C Datz
2   Krankenhaus Oberndorf, Innere Medizin, Oberndorf bei Salzburg, Austria
,
B Iglseder
3   Uniklinikum Salzburg, Geriatrie, Salzburg, Austria
,
L Patrick
4   Uniklinikum salzburg, Neurologie, Salzburg, Austria
,
B Paulweber
1   Uniklinikum Salzburg, Innere Medizin I, Salzburg, Austria
,
E Trinka
5   Uniklinikum Salzburg, Neurologie, Salzburg, Austria
,
E Aigner
1   Uniklinikum Salzburg, Innere Medizin I, Salzburg, Austria
,
B Wernly
1   Uniklinikum Salzburg, Innere Medizin I, Salzburg, Austria
› Institutsangaben
 

Einleitung Lebererkrankungen werden anhand ihrer primären Ätiologie eingeteilt. MASLD (Metabolisch-assoziierte steatotische Lebererkrankung) ist durch Leberverfettung gekennzeichnet und weist eine starke Verbindung zum metabolischen Syndrom auf. ALD, oder alkoholische Lebererkrankung, entsteht durch übermäßigen Alkoholkonsum, kann aber auch mit metabolischen Risikofaktoren assoziiert sein. Der Begriff MetALD beschreibt das Vorliegen von sowohl alkoholischer als auch metabolisch-assoziierter Leberverfettung. Da Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Haupttodesursache in diesen Gruppen sind, haben wir den Zusammenhang dieser Lebererkrankungen mit Arteria carotis-Atherosklerose untersucht.

Material und Methodik Eine Querschnittsanalyse der Kohorte der Paracelsus 10000 Studie (n=7903), basierend auf dem Fett-Leber-Index (FLI>60), klassifizierte die Teilnehmer als MASLD (n=2135), MetALD (n=74), ALD (n=208) oder ohne steatotische Lebererkrankung (n=5486). Die Klassifikation erfolgte entlang der neuen Leitlinien für Lebersteatose. Ultraschalluntersuchungen wurden verwendet, um Plaques in der Arteria carotis festzustellen. Die Assoziationen wurden mit Chi-Quadrat-Tests und logistischen Regressionsmodellen bewertet, die für Alter, Geschlecht und metabolische Risikofaktoren angepasst wurden.

Ergebnisse Die Rate der Plaques in der A. carotis betrug 30,3% (ohne Lebererkrankung), 48,0% (MASLD), 54,1% (MetALD) und 63,5% (ALD) (p<0,001). MASLD war mit einem höheren Atheroskleroserisiko verbunden (OR=2,12; 95%-KI: 1,91–2,35), das nach Anpassung an kardiovaskuläre Risikofaktoren bestehen blieb (OR=1,20, p=0,012). Im Vergleich zu gesunden Kontrollen hatte ALD das größte Risiko (angepasstes OR=2,11, p<0,001), während MetALD auch atherogen war (OR=1,75, p=0,036).

Zusammenfassung ALD, MASLD und MetALD sind unabhängig von metabolischen Kofaktoren mit der Entwicklung von Atherosklerose verbunden, insbesondere im Fall von ALD. Diese Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer verbesserten Bewertung und Prävention von kardiovaskulären Risiken bei Patienten mit steatotischer Lebererkrankung.



Publikationsverlauf

Artikel online veröffentlicht:
13. Mai 2025

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