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DOI: 10.1055/s-0044-1785242
Die Genexpressionsprofile von Lebergewebe, subkutanem und viszeralem Fettgewebe korrelieren mit der Krankheitsschwere der metabolischen Fettlebererkrankung bei stark adipösen Patienten
Autor*innen
Einführung: Die metabolisch-assoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD) ist durch ein heterogenes klinisches Bild gekennzeichnet. Das Vorhandensein von Stoffwechselstörungen, insbesondere Adipositas, spielt eine wichtige pathophysiologische Rolle. Die Lokalisation der Fettansammlungen in den verschiedenen Fettgeweben ist durch unterschiedliche phänotypische und molekulare Eigenschaften charakterisiert. Diese stehen in engem Zusammenhang mit dem Schweregrad der MASLD. Die zugrundeliegenden Mechanismen und Eigenschaften von viszeralem und subkutanem Fettgewebe sind größtenteils noch unbekannt.
Methodik: In dieser Studie wurden Serum- und Gewebeproben von Leber, subkutanem (SC) und viszeralem (VF) Fett von adipösen Patienten während einer bariatrischen Operation und von Kontrollpersonen (n=40) gesammelt und nach dem histologischen Vorliegen einer steatotischen Lebererkrankung klassifiziert. Es erfolgte eine RNA-Sequenzierung aller Gewebeproben. Die entsprechenden Serumproben wurden mittels NMR-Spektroskopie analysiert.
Ergebnisse: Signifikante Unterschiede in der Genexpression wurden zwischen allen vier Gruppen (adipösen Patienten mit gesunder vs. steatotischer Leber vs. Steatohepatitis (MASH) sowie Kontrollen) beobachtet. Diese spiegelten sich zudem in allen untersuchten Geweben (Leber, subkutanes und viszerales Fett) wider. Interessanterweise zeigten die Genexpressionsprofile von steatotischem Lebergewebe und MASH eine höhere Übereinstimmung als die von gesunden Lebern adipöser Patienten. Im Gegensatz dazu waren die Expressionsprofile von VF und SC in allen drei Gruppen signifikant unterschiedlich. Die phänotypischen Unterschiede zwischen den Gruppen sind mit einem signifikanten Anstieg der VLDL- und IDL-Partikel im Serum von lebergesunden adipösen Patienten im Vergleich zu MASH-Patienten assoziiert.
Zusammenfassung: Die Unterschiede in den Transkriptom- und Metabolomprofilen von adipösen Patienten mit gesunder Leber, steatotischer Leber oder Steatohepatitis können in den Expressionsprofilen des viszeralen und subkutanen Fettgewebes rekapituliert werden. Überraschenderweise zeigen die Profile des Fettgewebes eine klare Trennung zwischen allen drei Gruppen, was auf eine pathophysiologische Rolle bei der Progression der MASLD hinweist und in Zukunft von diagnostischem Wert sein könnte. Weitere Analysen sind erforderlich, um die genauen Mechanismen und die Beziehung zu den beobachteten Unterschieden im Serumlipidstoffwechsel zu erklären.
Publikationsverlauf
Artikel online veröffentlicht:
18. April 2024
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