Nuklearmedizin 2024; 63(02): 111
DOI: 10.1055/s-0044-1782344
Abstracts
Wissenschaftliche Vorträge
Wissenschaftliche Vorträge 2: Radiochemie

Iod-123-basierte Radiohybridkonjugate als diagnostisches Match zur zielgerichteten Alphatherapie mit Actinium-225

Autor*innen

  • T. Krönke

    1   Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf, Dresden
  • K. Zarschler

    1   Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf, Dresden
  • F. Reissig

    1   Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf, Dresden
  • K. Kopka

    1   Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf, Dresden
  • S. Stadlbauer

    1   Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf, Dresden
  • C. Mamat

    1   Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf, Dresden
 

Ziel/Aim: macropa-PSMA-Konjugate, die zur zielgerichteten Alphatherapie mit Ac-225 dienen, werden mit einem Albuminbinder verknüpft [1] [2]. Neben der Verbesserung des pharmakologischen Verhaltens in vivo bietet die albuminbindende Einheit die Grundlage eines theranostischen Ansatzes. Neben der Komplexierung des Alphaemitters Ac-225 wird zusätzlich die Einführung des SPECT-Nuklids I-123 im gleichen Molekül ermöglicht. Vorteilhaft sind die milden Bedingungen der Radioiodierung sowie eine Halbwertszeit (t1/2=13,2 h), welche die Bildgebung länger zirkulierender Substanzen ermöglicht.

Methodik/Methods: Die Konjugation des PSMA-Bindungsmotivs mit macropa erfolgte mittels Click-Reaktion. Im Präkursor wurde eine Me3Sn-Gruppe am Albuminbinder eingeführt, um die Verbindung mit I-123 (SEAr) zu markieren. Die Zellbindung wurde in einem Kompetitionsassay LNCaP-Zellen mit nichtradioaktivem Konjugat (mit und ohne Lanthan) untersucht mit La-133-PSMA-617 als kompetitivem Radiokonjugat. So wurde der Einfluss des Chelators und seiner Beladung mit Metallionen auf das Bindungsverhalten untersucht.

Ergebnisse/Results: I-123-mcp-M-alb-PSMA wurde aus dem Zinnpräkursor hergestellt (DMSO, Iodogen, 20 min, RT, RCY: 49%). I-123-mcp-D-alb-PSMA hatte dieselben Markierungsbedinungen. Jedoch wurde nach Abschluss der Radiomarkierung noch I-127 zugegeben, um auch die zweite Stannylgruppe zu iodieren (RCY: 20%). Da aus der kompetitiven Bindungsstudie vergleichbare Bindungsparameter (Ki, IC50) resultierten, kann ein substantieller Einfluss der Chelatorbeladung auf die Zellbindung ausgeschlossen werden (mcp-M-alb-PSMA: Ki=8.46 nM, La-mcp-M-alb-PSMA: Ki=8.46 nM / mcp-D-alb-PSMA: Ki=2.35 nM, La-mcp-D-alb-PSMA: Ki=2.21 nM).

Schlussfolgerungen/Conclusions: Die Synthese der Zinnpräkursoren und Radiomarkierung mit I-123 lieferte zwei neue Radiokonjugate, die als diagnostisches Pendant zu den Ac-225-Radiokonjugaten fungieren. Die Einführung von I-123 mit und ohne Metallionenbeladung des Macropa-Chelators ergab keinen wesentlichen Einfluss auf die Zellbindung.



Publikationsverlauf

Artikel online veröffentlicht:
25. März 2024

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