Gastroenterologie up2date 2018; 14(04): 367-378
DOI: 10.1055/s-0044-100357
Wichtige Methoden in der Gastroenterologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Sedierung in der Endoskopie: Vorbereitung, Medikation und Überwachung

Till Wehrmann
,
Andrea Riphaus
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Publication Date:
06 December 2018 (online)

Eine Sedierung auch für diagnostische endoskopische Untersuchungen erhöht die Patiententoleranz und -akzeptanz. Endoskopische Interventionen sind ohne Sedierung gar nicht möglich. Andererseits sind kardiopulmonale Komplikationen in der Endoskopie zwar selten, aber meist sedierungsassoziiert. Dieser Beitrag widmet sich der individuellen Risikoabschätzung, Durchführung, Überwachung und Nachbeobachtung einer Sedierung im Rahmen der Endoskopie.

Kernaussagen
  • Die Notwendigkeit einer Sedierung sollte bei einfachen diagnostischen Endoskopien – vor dem Hintergrund potenzieller Komplikationen – wohl erwogen werden. Vor einer Sedierung soll stets eine individuelle Risikoabschätzung mit Planung des Sedierungsregimes, der Durchführung und Überwachung der Sedierung und der Nachbeobachtung stattfinden.

  • Standard zur Sedierung in der gastrointestinalen Endoskopie ist die gewichtsadaptierte i. v. Bolusgabe von Propofol. Eine Kombination mit anderen Substanzen bietet keine klaren Vorteile. Eine routinemäßige nasale O2-Applikation hat sich bewährt.

  • Die Gabe von Propofol und die Überwachung des Patienten können bei einfachen endoskopischen Untersuchungen von Niedrigrisikopatienten an hierfür qualifiziertes Pflegepersonal delegiert werden. In allen anderen Fällen muss dies durch einen intensivmedizinisch erfahrenen Arzt erfolgen. Bei Hochrisikosituationen sollte ggf. erwogen werden, die Anästhesie hinzuzuziehen.

  • Der Bewusstseinszustand und die Atemfunktion der Patienten müssen klinisch überwacht werden. Zusätzlich sollten eine Pulsoxymetrie und eine regelmäßige RR-Kontrolle erfolgen, bei kardial vorgeschädigten Patienten auch ein EKG-Monitoring.

  • Nach der Sedierung ist eine strukturierte Nachbeobachtung in einem Aufwachbereich erforderlich. Es sollte dokumentiert werden, dass die vorgegebenen Kriterien für eine Verlegung stationärer Patienten auf Normalstation bzw. für die Entlassung ambulanter Patienten nach Hause erfüllt sind. Ambulante Patienten sollten von einer Begleitperson abgeholt werden.

  • Die Fahrfähigkeit ist nach alleiniger Sedierung mit Propofol im Routinefall nach 12 Stunden erreicht, bei allen übrigen Sedierungsregimes nach 24 Stunden.